„… und erkläre Sie hiermit zu Mann und Frau“ – Heteronormativität als Konzept zur Analyse sozialer Verhältnisse


mit Thomas Viola Rieske, Berlin

06.11.2008
Universität Halle-Wittenberg
Hörsaal XXIII, Audimax, Uniplatz 1
19:30 Uhr


Heteronormativität wird im Rahmen von Queeren Theorien als Analysebegriff benutzt, um die machtvolle Durchdringung von Körpern, Selbstverständnissen und Lebensmöglichkeiten durch Vergeschlechtlichung und Sexualisierung zu begreifen. Als Weiterentwicklung von Begriffen und Analysen aus der Frauen- und Geschlechterforschung sowie den Gay & Lesbi-an Studies benennt er normative Heterosexualität und Zweigeschlechtlichkeit als zentrale Struktur moderner westlicher Gesellschaften, die gemeinsam mit weiteren Strukturen hierar-chisierte Subjektpositionen herstellt.
Der Begriff dient dem Verständnis der Herstellung sozialer Ungleichheit und der Reflexion politischen Handelns. In dem Vortrag wird die Geschichte des Begriffs dargestellt und ver-schiedene Verwendungsweisen erläutert. Anhand von Analysen aus verschiedenen For-schungskontexten (Vergeschlechtlichungsprozesse im Jugendalter, neoliberale Sexualitätspo-litiken im Kontext von Orientalismus und Terrorismus, anti-heteronormative Praktiken) wer-den das Erkenntnispotenzial dieses Begriffes erläutert, Probleme bei seiner Verwendung dis-kutiert und Möglichkeiten der Weiterentwicklung vorgestellt.

Die Veranstaltung gehört zu der Vortragsreihe queereinsteigen.