„Schwule Säue und Schwuchteln“

Anlässlich der 7o. Jährung der Reichpogromnacht am 9. November mobilisierte die SDAJ Halle gemeinsam mit dem magdeburger Zusammenschluss „Zusammen Kämpfen“ zu einer Demonstration gegen „Geschichtsverfälschung, Faschismus und Sozialabbau“ (!!!) am 8. November in Halle. Schon der Demonstrationsaufruf zeigte überdeutlich, welche Leute da maschieren wollten und welches „linke“ Gedankengut an diesem Tag durch die Fußgängerzone gebrüllt werden sollte.
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Nun gibt es in Halle nicht nur den Kindergarten der SDAJ, welcher sicherlich die Heldentaten seiner magdeburger Volksgenossen beklatscht und Leute für die die Demonstration mehr eine Gelegenheit war, sich ihrem Bier als politischer Auseinandersetzung hinzugeben, sondern auch Menschen, denen es aufstößt, wenn man zu diesem Datum (aber nicht nur) gegen Sozialabbau demonstriert und Hartz4-Maßnahmen als „Faschisierung“ mit dem Verlauf der Reichspogromnacht, ja mit dem Nationalsozialismus auf eine Stufe stellt.
So kam es, dass ein kleinere Gruppe von Leuten mit Transparenten, Israelfahnen und entsprechenden verbalen Äußerungen auf diesen Fakt aufmerksam machen wollte.
Sofort, als sich diese vor dem Treffpunkt der hallischen/magdeburgischen Volksbefreiungsbewegung am Bahnhof stellten, reagierten die Kleinstadtguerillos mit Aggression, verbalen Ausfällen, versuchten immer wieder die israelsolidarischen Menschen zu provozieren und drohten mit Gewalt. Einer der Teilnehmer bewies auch, wie weit ihre Solidarität mit armen und ausgegrenzten Menschen geht, als er mehrmals lautstark „Hoch die internationale Asozialität“ skandierte. Jedoch ließen andere Äußerungen noch tiefer in den Charakter dieser Leute blicken.
Auf Rufe der sogenannten Antideutschen, reagierte ein anderer sehr aggressiver Teilnehmer mit dem lautstarken in demonstrationstypischen Rythmus gehaltenem Ruf „Halt dein Maul du schwule Sau“.
Kurze Zeit später, baute sich eine junge Frau aus der Volksbefreiungsfront zwischen beiden Gruppen auf, fotografierte die unliebsamen „Antideutschen“ und rief dann lauthals „Was wollt ihr Schwuchteln?“.
Tja, geht diesen Leuten in ihrem völkischen Wahn jegliche Fähigkeit zur (Selbst)Reflexion und Diskussion verloren (Wobei man sich die Frage stellen muss, warum man überhaupt mit diesen Leuten diskutieren sollte.), so können sie wohl nur noch die Beleidigung herausholen, die sie in ihrem heteronormativen, aggressiv-prollhaften Denken von normal und abnormal, Männlichkeit und Weiblichkeit für die Schlimmste halten – Der Andere sei schwul, eine Schwuchtel, abnormal, wider der normalen (natürlichen) Ordnung.
Homosexuelle und andere deviante Subjekte haben in der Welt der befreiten Völker wohl keinen Platz.


4 Antworten auf „„Schwule Säue und Schwuchteln““


  1. 1 Und... 11. November 2008 um 20:21 Uhr

    Wo war da jetzt das „völkische“ Element? Ich seh´ da ein gerüttelt Maß an abstoßender Homophobie, Mackerkacke und Größenwahn, aber völkische Ideologie?

  2. 2 Zonengabi 11. November 2008 um 21:29 Uhr

    Dann schau dir folgende Seite mal an. Lies die Texte und ich verweise auch auf deren Zeitschrift:

    http://www.zusammen-kaempfen.org/

    oder in diesem Bericht: http://commandermasterchief.wordpress.com/2008/11/11/zweierlei-deutsches-gedenken/

  1. 1 Zweierlei deutsches Gedenken « commander master chief Pingback am 11. November 2008 um 20:31 Uhr
  2. 2 Von Affen, Bauern und Skinheads… « critique aujourd’hui Pingback am 17. Februar 2009 um 15:32 Uhr
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