Mit Fleischverzicht zur Fleischeslust…oder billiger vögeln mit Peta

Wenn es nach der Tierrechtsorganisation Peta geht, wird es im Öko-Puff „Maison d’Envie“ in Berlin, welcher mit Rabatten die fahrradfahrende und umweltbewusste Kundschaft lockt, bald auch fleischloser zugehen, zumindest hinsichtlich des Essverhaltens der Besucher. „Fleischverzicht führt zu mehr Lebenslust!“ heißt dann das Ganze und bedeutet für die Pflanzenfresser Preisnachlässe im Ausleben der Fleisches- äh „Lebenslust“.
Wir wissen ja alle: Hamburger, Kassler und Currywurst machen dein Ding so schlaff, wie das Bratwürstchen auf der bildlichen Darstellung des Peta-Artikels. „Besser einen vegetarischen Burger in der Küche als ein schlaffes Würstchen im Schlafzimmer!“ witzelt dann auch ein Trottel von Peta „mit einem Augenzwinkern“.
Das Prostitution Zwangs- und Gewaltverhältnisse für die sich prostituierenden Menschen oder „Modelle“, wie es auf der Internetpräsenz des besagten Bordells so schön heißt, bedeuten kann, scheint für die Tierfreunde, die sich ja bereits des Öfteren mit bezeichnenden Kampagnen hervor getan haben, nicht von Bedeutung zu sein.
So belohnt man seine pflanzenfressenden Freunde mit billigen Sexsklavinnen, die selbstverständlich völlig freiwillig und aus Spass in einem Bordell arbeiten. Fragt sich nur, wie die Peta- und Tierrechtsweibchen belohnt werden?


12 Antworten auf „Mit Fleischverzicht zur Fleischeslust…oder billiger vögeln mit Peta“


  1. 1 Zonengabi 04. August 2009 um 0:27 Uhr

    Ich freue mich schon auf die ganzen Verteidiger der „Kommunismus ist sexy“-Theorie, die mir erklären werden, dass Prostitution ja nicht so schlimm ist.

  2. 2 sexy kommunistin 04. August 2009 um 1:17 Uhr

    „Zwangs- und Gewaltverhältnisse“

    erklär mal bitte warum das bei prostitution so sein muss. oder meinst du die zwangs- und gewaltverhältnisse, denen jede lohnarbeiterin im kapitalismus unterworfen ist?

    geschenkt.

  3. 3 Zonengabi 04. August 2009 um 1:25 Uhr

    Äh? Ich schrieb „bedeuten kann“.
    Aber klar Prostitution ist ein Job wie jeder andere auch.

    Soll ich dir jetzt ernsthaft die wohl sehr häufig auftretenden sozialen Zwangslagen erläutern, die Menschen in die Prostitution treiben? (Ja ich weiß, dass trifft nicht auf alle zu). Muss ich wirklich darauf verweisen, dass die Mehrheit der Prostituierten gewissen Zwängen, Repressionen etc. seitens der Bordellbetreiber, der „Kunden“ etc. ausgesetzt sind? (Ja auch da muss es nicht immer so sein).

    Oh je, auf dumme Kommentare muss man wirklich nicht lange warten.

  4. 4 sexy kommunistin 04. August 2009 um 2:08 Uhr

    huch, tatsächlich freudsch falsch gelesen.

    aber wenn es nur kann, was ist daran dann so kritikabel? kritisier doch lieber wie es zu sozialen zwangslagen kommt, nicht peta. das hilft dann vielleicht auch bei der abschaffung der verhältnisse. so ist dein beitrag wirklich nichts weiter als ein moralischer abgleich.

  5. 5 sexy kommunistin 04. August 2009 um 2:09 Uhr

    ps: auf dumme beiträge muss man hier ja auch nie lange warten. ;)

  6. 6 Krautsalat 04. August 2009 um 9:42 Uhr

    Der Frage „Würstchen oder Gurke“ nachzugehen, scheint ganz im Motto des Bordells zu stehen, welches auf seiner Internetseite (http://www.danziger61.de/video/index.php) mit dem Slogan „…clever poppen“ wirbt.
    So stellt sich diese MARGINALE ANGELEGENHEIT der Verbindung vom ältesteten Gewerbe der Welt und der Modeerscheinung „Vegetarier“ und „bewußte Ernährung“ doch als innovative, verharmlosende Werbung für Neukunden aber möglicherweise auch als die Reduzierung auf ein eingeschränktes Klientel dar…was, um ein gewisses Prestige zu wahren, jedes Unternehmen in irgendeiner Form macht.
    (z.B. McDonalds und die Kartoffeln aus der Region)

    -aber auf gehaltvolle Beiträge auf diesem Blog mittlerweile schon-
    Aber: möglicherweise liegt das auch an der nicht-ausreichenden Kritik dem Thema gegenüber.
    So gehen die primären Zwänge nicht nur von Seiten der Bordellbetreiber oder Kunden aus, sondern von der allgemeinen Frage, welche Motive eine „Frau“ hat, um einen solchen (Zweit-)Job annehmen zu müssen. Daß man gelegentlich Studentinnen in Tanzbars antrifft, ist bekannt, allerdings rekrutiert sich die Mehrheit der Bediensteten in den Etablissements aus niedrigem Bildungshintergrund mit schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Aufstiegschancen.
    Mehr noch ist eine Kritik dort angebracht, wo die Bordelle keine legitime Basis haben, sondern Mafia-ähnlichen Strukturen unterworfen sind, und die „Frauen“, meist aus absoluter Not oder Verpflichtung diesen Menschen/Strukturen gegenüber gezwungen sind, diese „Arbeit“ anzunehmen.

  7. 7 crull 04. August 2009 um 9:52 Uhr

    Daß mit Öko-Puff tatsächlich ein Öko-Puff gemeint ist, das hat mich jetzt doch überrascht.

  8. 8 Zonengabi 04. August 2009 um 9:53 Uhr

    „aber wenn es nur kann, was ist daran dann so kritikabel?“

    Sinnlose Frage. Auch Verhältnisse, welche nicht definitiv für einen Gegenstand wie Prostitution gelten müssen, sind trotzdem kritisierbar.

    „kritisier doch lieber wie es zu sozialen zwangslagen kommt, nicht peta. das hilft dann vielleicht auch bei der abschaffung der verhältnisse. so ist dein beitrag wirklich nichts weiter als ein moralischer abgleich.“

    In den Beitrag geht es um die lächerliche und bescheuerte Peta-Kampagne und nicht um eine Reflexion/Kritik sozialer Ursachen für Prostitution.
    Für Kritik, dass sich Peta solcher Verhältnisse bedient, reicht der Verweis darauf. Es ging weder um eine tieftheoretische Reflexion und moralisierend ist der Beitrag auch nicht.

  9. 9 bigmouth 04. August 2009 um 9:59 Uhr

    ist eine supermarktkassiererin auch eine „billige sachenschieberin“? die verwendung dieser sprache scheint mir nicht zu taugen, um eine einstellung gegenüber sexarbeit herzustellen, wo es möglich wäre, die arbeitsverhältnisse von sexarbeiterinnenzu verbessern. du schreibst damit fest, dass dieser job an sich scheusslich und entwürdigend sein muss. da spricht abscheu aus deinen sätze – und zwar nicht gegenüber den beschissenen umständen, sondern der tätigkeit

    bei 125€ pro Stunde lt. website kann wohl von „billiger vögeln“ nicht die rede sein, eher scheint es so, dass PETA sich da tatsächlich absichtlich ein eher angenehmes establishment ausgesucht hat zur kooperation

  10. 10 Krautsalat 04. August 2009 um 14:07 Uhr

    sorry. ich kann kein xhtml, daher ist der post leider verrutscht. ich versuche es nun noch einmal in der richtigen fassung.

    Der Frage „Würstchen oder Gurke“ nachzugehen, scheint ganz im Motto des Bordells zu stehen, welches auf seiner Internetseite (http://www.danziger61.de/video/index.php) mit dem Slogan „…clever poppen“ wirbt.
    So stellt sich diese MARGINALE ANGELEGENHEIT der Verbindung vom ältesteten Gewerbe der Welt und der Modeerscheinung „Vegetarier“ und „bewußte Ernährung“ doch als innovative, verharmlosende Werbung für Neukunden aber möglicherweise auch als die Reduzierung auf ein eingeschränktes Klientel dar…was, um ein gewisses Prestige zu wahren, jedes Unternehmen in irgendeiner Form macht.
    (z.B. McDonalds und die Kartoffeln aus der Region)

    „Oh je, auf dumme Kommentare muss man wirklich nicht lange warten.“
    -aber auf gehaltvolle Beiträge auf diesem Blog mittlerweile schon-
    Aber: möglicherweise liegt das auch an der nicht-ausreichenden Kritik dem Thema gegenüber.
    So gehen die primären Zwänge nicht nur von Seiten der Bordellbetreiber oder Kunden aus, sondern von der allgemeinen Frage, welche Motive eine „Frau“ hat, um einen solchen (Zweit-)Job annehmen zu müssen. Daß man gelegentlich Studentinnen in Tanzbars antrifft, ist bekannt, allerdings rekrutiert sich die Mehrheit der Bediensteten in den Etablissements aus niedrigem Bildungshintergrund mit schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Aufstiegschancen.
    Mehr noch ist eine Kritik dort angebracht, wo die Bordelle keine legitime Basis haben, sondern Mafia-ähnlichen Strukturen unterworfen sind, und die „Frauen“, meist aus absoluter Not oder Verpflichtung diesen Menschen/Strukturen gegenüber gezwungen sind, diese „Arbeit“ anzunehmen.

  11. 11 Flo 05. August 2009 um 11:02 Uhr

    das „gurke statt würstchen“ eigentlich nur „vegetarier können länger-besser-härter“ in liebevoller veggie-metaphorik ist unterstreicht den wunderbaren macker-charakter dieser kampagne. peta halt…

  1. 1 Heute gelesen (5.8.) « Theorie als Praxis Pingback am 05. August 2009 um 23:05 Uhr
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