Archiv für November 2009

Lernen bis zum Umfallen

Der Bildungsstreik will nicht mehr als nettere Verwertungszusammenhänge, das ist der geringste Grund ihn abzulehnen

Nachdem die Bildungsproteste des Sommers pünktlich mit Beginn der Semesterferien ihren Abschluss nahmen, bemühen sich hallische Studierende um eine Wiederaufnahme der Aktionsfront. Mit zwielichtigen Referenten und schlechten Parolen bekämpft der „Bildungsstreik“ die Ursache seines Bestehens, die trostlose Atmosphäre an deutschen Universitäten. Dabei vergisst die Querfront aus Anarchisten, Lehramtsstudenten und Sprechwissenschaftlerinnen nur zu oft, dass es an deutschen Universitäten nie gut um die Emanzipation bestellt war. Das Festkomitee 2. Juni kündigt den Protagonisten der Bildungsfront die Freundschaft und erklärt, warum es sich beim Bildungsslogan „Wessen Bildung?“ nicht um eine Frage, sondern um eine Selbstbeschreibung handelt. Eine Aufforderung zum Erwachsenwerden. (mehr…)

Der Bildungsstreik redet von den Zuständen an den Universitäten, wir wollen über die Zustände im Bildungsstreik reden.

Einige kritische Worte zum Bildungsstreik in Halle

Man könnte vom Aktionismus, vom Kollektivismus, von der Kritik- und Begriffslosigkeit, von der Theoriefeindlichkeit und der verkürzten Gesellschaftskritik sprechen. Selbstverständlich ist besonders die fehlende Reflexion der Verhältnisse der Wertvergesellschaftung zu kritisieren und der blöde Etatismus der Bildungsstreikfront. Das ist bekannt und äußerst gravierend. Mehr als nur gravierend sind die Zustände in der Gemeinschaft der Bildungsstreikler. Zwar wird viel geredet von Emanzipation und Selbstbestimmung, Autonomie und Freiräumen, doch die eigenen Ideale werden schnell vergessen, wenn es um Sexismus, Rassismus und Antisemitismus in den eigenen Reihen geht. (mehr…)

Der Faschismus in Ungarn – heute und damals

Jobbik, die rechtextreme Partei Ungarns, konnte bei der Europawahl 14,8% der Stimmen und drei von 22 Mandaten gewinnen. Die rechtspopulistische Partei Fidesz, die seit Ende der 1990er Jahre versucht auch die Extremrechte zu integrieren, erhielt sogar 56,4% der Stimmen. Dieses, nicht unerwartete Ergebnis, ist der höchste Sieg der Rechten seit der Wende in Ungarn. (mehr…)

»Gibt es eine faschistische Avantgarde? Vom Futurismus bis zu den Weathermen«

Mit Dr. Thomas Hecken

Identifiziert man den Faschismus mit dem deutschen Nationalsozialismus und die Avantgarde mit einer modernen künstlerischen Bewegung, dann ist die Antwort auf die Frage klar: Eine faschistische Avantgarde gibt es nicht – dies zeigt allein die Verfolgung so genannter „entarteter Kunst“ überdeutlich. (mehr…)

Warum der Faschismus vor der eigenen Haustür gesucht werden sollte

Eine Einleitung zur neuen Vortragsreihe des ALV

Freilich dreht das Rad sich immer weiter,
Dass, was oben ist, nicht oben bleibt.
Aber für das Wasser unten heißt das leider
Nur: dass es das Rad halt ewig treibt.

Bertolt Brecht,
Das Lied vom Wasserrad

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