Archiv für Februar 2010

Volksgemeinschaft gegen rechts?

Wir dokumentieren einen Flyer der AG „no tears for krauts“ Halle zum 13. Februar 2010 in Dresden:
Findest Du es merkwürdig, dass es niemanden in Deutschland zu geben scheint – von der autonomen Antifa über die Gewerkschaften bis hin zur CDU –, der es nicht „unendlich wichtig“ findet, sich dem heutigen Naziaufmarsch, wenn auch auf unterschiedliche Weise, entgegenzustellen: so, als stünde die NPD kurz vor einer Machtübernahme? Hast Du kein Problem damit, Dich bei Deinem Protest von solch unnachahmlichen Nervensägen wie Claudia Roth oder Konstantin Wecker anführen zu lassen? Findest Du es nicht komisch, hier mit genau denjenigen zusammenzusitzen, die sich heute Abend an der Frauenkirche unendlich betroffen über die „Sinnlosigkeit des Krieges“ zeigen werden: so, als wäre der Zweite Weltkrieg von alliierter Seite nicht mit dem größten Recht der Geschichte geführt worden? Nein? Dann ist Dir wohl nicht mehr zu helfen. Du kannst die Lektüre hier beenden. Setz Dich auf Deinen Hintern, kuschel Dich ins Blockadekollektiv, mach, was Dir der Bundestagsabgeordnete Deines Vertrauens sagt, der sicher nur wenige Meter von Dir entfernt friert, und komm Dir unglaublich widerständig vor. Wenn Du es hingegen gruselig findest, wie die Deutschen hier bei Eiseskälte parteiübergreifend zusammenrücken, als müsste der Kessel von Stalingrad noch einmal – diesmal allerdings gegen die Richtigen – verteidigt werden, dann lohnt sich das Weiterlesen vielleicht. (mehr…)

Dresden…


…zum selber basteln (wer’s mag).

„Seit Bestehen der Bundesrepublik wurde noch nie so spürbar mit den Menschen gearbeitet“

Diese und andere so hohle wie sprachwidrige Phrasen drischt die Hallische Arbeitsagentur zum fünfjährigem Jubiläum von Hartz IV.

Weitere Ergebnisse des 5-Jahres-Fazits: 70% aller Kunden würden binnen 15 Arbeitstagen nach Arbeitslosmeldung ein qualifiziertes Erstgespräch mit Profiling erhalten, mit 80% aller Kunden werde eine individuelle Integrationsstrategie vereinbart, bei den Jugendlichen seien es sogar 90%.

„Profiling“ und „individuelle Integrationsstrategie“ also. Bedauerlich ist es jedoch, dass die Sozialdisziplinierung nur sprachlich scheitert. Dann doch lieber spätrömische Dekadenz.