Der Staat – ein vernünftiges Ungeheuer? Zur Kritik der neuzeitlichen Legitimationsversuche des Gewaltmonopols

mit Ingo Elbe (Bochum)

Mit der Entstehung des modernen Kapitalismus zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert wandelt sich mit dem Menschenbild auch das Nachdenken über die Legitimität und Funktion von Herrschaft. Der Staat wird nicht mehr im Rahmen einer göttlichen Weltordnung fundiert, sondern soll sich als künstliches, aber vernünftiges Produkt menschlichen Handelns ausweisen.
Der Vortrag soll ausgehend vom Gründungsdokument bürgerlicher politischer Philosophie, Thomas Hobbes’ ‚Leviathan’ (1651), einen Überblick über die Begriffe und Mythen der neuzeitlichen politischen Philosophie geben. Es soll zugleich gezeigt werden, wie die frühbürgerlichen Denker mit dem Anspruch einer Rechtfertigung des modernen Staates wichtige Einsichten über dessen Wesen offen bis zynisch aussprechen: Der Leviathan, den Hobbes als Bild für das Gewaltmonopol wählt, ist immerhin ein Ungeheuer…

Dienstag, 26.04.11 – 18.30 – Melanchthonianum, Uniplatz, Halle