Ein Lied für die MLU

Es geht immer noch serviler, es geht immer noch devoter, es geht immer noch schamloser. Die Hallische Universität hat endlich eine eigene Hymne. Die nach einem bekannten Judenhasser benannte Alma Mater verdankt ihrem Alumnus Frank Motzki ein Musikstück, das ganz und gar ihrem Charakter entspricht. Es ist schwer zu entscheiden, was schlimmer ist: der debile Text („Unser Motto beim Studieren / Das spornt uns an, man wird es seh‘n /Wir wissen was, was Du nicht weißt /Weil wir zur Uni geh‘n“) oder die billigen Keyboard-Klänge:

In jedem Falle bildet dieses Machwerk den nächsten Höhepunkt des Provinzialismus der Saalestadt und ihrer Universität, deren ehemaliger Werbeslogan „Sei klug, studier in Halle“ gewiss nicht zufällig die wortgewordene Phantasielosigkeit ist. Und wir dachten schon, der Sammelband mit den „Gedanken“ (Verlagsreklame) des weniger als mediokren Rektors Wulf Diepenbrock wäre nicht mehr zu unterbieten.
Werden die für ihre Bräsigkeit bekannten Hallischen Studierenden endlich rebellieren? Oder werden sie sich wie gewöhnlich jede Frechheit bieten lassen? Werden sich auch in Zukunft junge Menschen verführen lassen, hier zu studieren? Können es sich demnächst um ihre Reputation besorgte Wissenschaftler noch erlauben, dass ihr Name in Verbindung mit dieser Hochschule genannt wird?


9 Antworten auf „Ein Lied für die MLU“


  1. 1 frank motzki 11. Mai 2011 um 12:57 Uhr

    Martin Luther ist auf der ganzen Welt beliebter als Marx und Lenin.
    Er war der Gorbatschow der damaligen Zeit.
    Ganz Halle ist voller Stolz,daß die Uni diesen Namen trägt.
    Nur Kleingeister,weltfremde,Neider und debile Phantasten wie du Kleinhirn ohne Alternativen zu entwickeln-das sindse.
    Bis 1989 hatten wir sehr viele von dieser üblen Sorte.
    Gott sei Dank schaue ich nach oben und nie tief nach unten wo sich
    die Chaoten ohne IQ aufhalten und sich gegenseitig besudeln.
    Mein tiefes Mitgefühl-nun mußt du dich aber anstrengen,wenn aus dir noch was werden soll.

  2. 2 studentenbratze vs. frank motzki 11. Mai 2011 um 21:40 Uhr

    Lieber Frank,

    es ist verständlich, dass Du – ob der Debilität und des unmusikalischen Wesens des Liedes lächerlich gemacht – persönlich beleidigt bist. Wenn Du aber hier in halbfaschistoider Manier von „Stolz“, „unten“ und „besudeln“ reden willst, dann solltest Du wenigstens der deutschen Sprache mächtig sein. „Nur Kleingeister,weltfremde,Neider und debile Phantasten wie du Kleinhirn ohne Alternativen zu entwickeln-das sindse.“ Wie meinen? DAS ist wirklich übel,aber sparen wir uns weitere berechtigte Beleidigungen Deiner Person, wenn Du tatsächlich ganz Halle in persona vertrittst, hast Du schon genug zu leiden.

    P.S.: Marx wollte wenigstens nicht Menschen in Scheunen treiben und verbrennen.

  3. 3 mein prof hat recht! 11. Mai 2011 um 23:12 Uhr

    Irritierender Festakt

    Am 9. November wurde auf dem Universitätsplatz eine kleine Bodenplatte eingeweiht, die an die Bücherverbrennung durch die hallische Studierendenschaft und zahlreiche Mitglieder des Lehrkörpers erinnern soll. Einen Tag später, am 525. Geburtstag Luthers, lud die Universitätsleitung zu einem größeren Festakt ein. Der Anlass der Feierstunde war, so verkündete es eine offizielle Pressemitteilung der Universität, die Verleihung des Namens „Martin-Luther-Universität“ vor 75 Jahren. Im Jahre 1933 brannten in Halle nämlich nicht nur hunderte Bücher, Hermann Göring höchstpersönlich verlieh der hallischen Universität im November zudem den Namen, den sie bis heute trägt. Die Namensurkunde mit Görings Unterschrift wurde auf den 10. November 1933 datiert. Diesen 10. November 1933, genauer gesagt seinen 75. Jahrestag, wollte die Universitätsleitung zünftig begehen und lud zum „Festakt“ mit musikalischem Programm und „Festvortrag“. Nur die Schnittchen fehlten. Dafür hatte man sich aber extra einen Aufsatz bestellt, der längst widerlegte und wissenschaftlich unhaltbare Thesen mit wissenschaftlich äußerst fragwürdigen Methoden zu untermauern sucht. Hauptthese des Aufsatzes ist die ehrenrettende Behauptung, dass die Umbenennung der Universität als christlich-oppositioneller Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime zu deuten sei. Die Ergüsse des ideologischen Nachwuchskaders Silvio Reichelt, die selbstverständlich 2009 in einem Jubiläumsband erscheinen werden, wurden jedoch von kompetenter Seite zerpflückt und widerlegt – und das ausgerechnet auf dem absurden Festakt selbst. Nachdem antifaschistische Studierende die Feier als „pietätlose Veranstaltung“ öffentlich skandalisiert, und berechtigterweise nach dem offensichtlich äußerst fragwürdigen Geschichtsverständnis der Universitätsleitung gefragt hatten, wurde letztere ausgerechnet von ihrem eigenen „Festredner“ brüskiert. Der Historiker Jürgen John stellte zu Beginn seines Vortrages – gegen einige protestierende Studierende war seitens der Universität bereits ein Hausverbot ausgesprochen worden – klar, dass er die Veranstaltung eines „Festaktes“ für mehr als irritierend halte. Diese Irritation, so John, teilten offensichtlich die protestierenden Studenten. Er wolle eine historisch-kritische Untersuchung der Namensgebung versuchen. Die folgenden Ausführungen dürften den anwesenden Gästen kaum gefallen haben. Verschiedene Behauptungen, wonach beispielsweise der Name „Alfred-Rosenberg-Universität“ verhindert worden, oder wonach die Namensgebung ein oppositioneller Akt der Akademiker, allen voran der protestantischen Theologen gewesen sei, verwies John ins „Reich der Mythen“. Als Mythos bezeichnete er damit also auch den Narrativ, der von universitärer Seite seit längerem gepflegt wird – jüngst hatte Reichelt ihm einen akademischen Anstrich verpassen wollen. Die Mehrheit der Studierenden und der Professoren sei den Nationalsozialisten gegenüber positiv eingestellt gewesen. Gegen kritische Wissenschaftler wie den Theologen Dehn sei schon vor 1933 ein regelrechtes Kesseltreiben durchgeführt worden. Der im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts von der Mehrheit geteilte Lutherentwurf sei der des „deutschen Luther“ gewesen, völkisch und nicht zuletzt rassisch extrem aufgeladen. Dies war aufgrund seiner antisemitischen Schriften auch nicht schwierig. Die Namenswahl, so betonte auch John, muss als deutliches Zeichen der Kooperationsbereitschaft seitens der Uni-Eliten an das nationalsozialistische Regime verstanden werden. So sie nicht selbst NS-Aktivisten waren, standen sie dem Regime zumindest wohlwollend gegenüber. Der neue Name der Universität – der Name des „deutschen Reformators“ und ersten Antisemiten Martin Luther – versicherte dies schließlich allen Beteiligten.

    (Nov. 2008)

  4. 4 haha 12. Mai 2011 um 20:51 Uhr

    boah, is das grottig. das is ja schief und krumm!! und der text, ohjehmineh, das is echt unterste schublade! motzki, abtreten!!

    „studieren weiß jeder hat niveau – das findet man sicher nirgendwo (!!)“ – singen die das echt am ende?? wäre ja dann 100% wahr und eine gute selbstbeschreibung!

  5. 5 haha 12. Mai 2011 um 20:55 Uhr

    um das ganze zu beenden, hab ich hier für euch noch den absoluten knaller bzw. selbstabschuss von franki-boy: http://www.youtube.com/watch?v=2u0Ltbzl5dI

    man beachte seine mehr als geilen hand-moves!!

  6. 6 Simone 13. Mai 2011 um 7:27 Uhr

    So enden wahrscheinlich nicht wenige später, die an dieser sog. Universität studieren oder studiert haben.

  7. 7 Frank Motzki 26. Mai 2011 um 13:09 Uhr

    Bin insgesamt zufrieden.Danke allen für die netten Worte.
    Allen kann man es nie recht machen.
    Wenn auf mehree hundert positive Rückmeldungen einige negative
    folgen-so ist das ein guter Schnitt.
    Bekannte Persönlichkeiten fanden das Lied zum Mitsingen anregend,
    beschwingt und fröhlich-mehr sollte es nicht sein-kein Händelstück.
    Wenn man mit sich selbt unzufrieden ist und dem Marx nachtrauert,der das Wort Computer noch nie vernommen hatte z.B.
    muß man gaggern-
    Studere -heißt sich bemühen und nicht andere!!!
    Nun klotzt mal ran,promoviert usw.-da kommen Hirnwindungen hinzu.
    Drücke die Daumen!!!!

  8. 8 saltzundessick 27. Mai 2011 um 12:50 Uhr

    Meine Fresse, dieser Frank Motzki scheint wirklich nicht alle Latten am Zaun zu haben. Unglaublich.

  9. 9 MC Gurke 21. Juni 2011 um 21:53 Uhr

    haha. frank hat ja tatsächlich nochmal geantwortet! autoritärer charakter der er ist, berichtet er von den „bekannten persönlichkeiten“ (bitte keine namen!), die sein dilettantenstück geil fanden und mitschunkelten oder -sangen. unglaublich. jede stadt bekommt halt, was sie verdient.

    p.s.: http://www.youtube.com/watch?v=2u0Ltbzl5dI

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