Archiv für Juni 2011

Empfehlung: Vortrag über die Unmöglichkeit poststrukturalistischer Staatskritik

Die Differenz als Souverän
Über die Unmöglichkeit poststrukturalistischer Staatskritik

Vortrag von Alex Gruber (Wien)
Di, 05.07.11 I 18.30 Uhr
Melanchthonianum, Universitätsplatz, Halle
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Sternstunden „linker“ Dummheit I

Unser ironischer Serientitel „Sternstunden antifaschistischer Kritik“ wäre für das Folgende mehr als euphemistisch. Die vier regressivsten „linken“ Gruppen in der BRD – Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin (ARAB), Rote Szene Hamburg (RSH), Zusammen Kämpfen (ZK-B) und Rote Antifa NRW – haben mit ihrer Aktion, Selbstinszenierung und Erklärung anlässlich des Gedenkens an den deutschen Überfall auf die Sowjetunion nämlich einen weiteren deutlichen (und erschreckenden) Beweis für ihre erbärmliche ideologische Regression und ihre antiemanzipatorische Ausrichtung geliefert. Mit Hasskappen und Teleskopschlagstock posierten sie vor einem sowjetischen Ehrenmal in Berlin, um mitzuteilen, dass „große Teile der deutschen Bevölkerung“ „ohnmächtig zusehen [mussten], wie die grausame Fratze des Faschismus sich auf der Welt verbreitete“. Auch hätten große Teile der deutschen Bevölkerung das Lager gewechselt [!]. Da die „KPD und andere ArbeiteInnenvertreter zu Massen in Folterkellern und Pogromen getötet wurden“, sei „bis zu diesem schicksalshaften Tag [!]“ des Überfalls „der historische Widerstand in der deutschen Bevölkerung gering“ geblieben.1 Dass der „historische Widerstand“ der deutschen Bevölkerung sich auch nach 1939 und bis zum 8. Mai 1945 in Mitmachen und Zuschauen ausdrückte, scheint nicht der Erwähnung wert zu sein. Nachdem sie in bestem Volksbund für Kriegsgräberfürsorge-Sprech an „die Millionen Gefallenen“ des Zweiten Weltkriegs erinnern, erklären sie den Massen, dass die „Wurzel des Faschismus“ „der Kapitalismus im Deckmantel [!] der bürgerlichen Demokratie“ sei. (mehr…)

Arabischer Nationalismus, Islam und die Auslandspropaganda der Nationalsozialisten

Wir empfehlen einen Vortrag von Vera Henßler (Berlin) mit einer Einführung von Hannes Bode (Halle)

Mittwoch, 29.06.2011 – 18.30
Melanchthonianum, Universitätsplatz Halle

Vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges herrschte bei den für die Auslandspropaganda zuständigen NS-Ämtern bezüglich einer Propaganda in die „arabische Welt“ starke Zurückhaltung. Grund dafür war die nationalsozialistische Außen- bzw. Bündnispolitik, so stand z.B. die enge Verbindung mit der Kolonialmacht Italien einer Einbindung nationalistischer und gegen die Kolonialmächte gerichteter Bewegungen im Nahen Ostens entgegen. (mehr…)

Sternstunden der Hochschulpolitik I – Jena again

Weil es so schön lustig ist in der ostzonalen Provinz, hier ein weiterer Teil der Sternstunden-Serie, ebenfalls aus Jena. Von den ganz doll wichtigen Kartoffeln und ihren Berliner Freunden auf den Bahamas auf die Provinznachwuchssturafunktionärin S. aufmerksam gemacht, blieb der Blick auf den Seiten des Jenenser Sturas hängen. Zwei Bonbons sollen den geneigten (und ob ihrer Anwesenheit auf einem Blog wohl auch gelangweilten) Lesern nicht vorenthalten werden: ein Höhepunkt links-studentischer verkürzter Kapitalismuskritik und ein Einblick in die (verblüffende) hochschuldemokratische Entscheidungsfindung der Studierendenvertreter der lokalen Universität. (mehr…)

Sternstunden antideutscher Kritik I – Justus gegen Stephanie

Die (post)antideutsche Bewegung ist ganz unten angekommen. Nachdem sich manche ihrer Protagonisten in Sachen „Islam-Kritik“ mehr als genug lächerlich gemacht haben, hat sich eine Gruppe von Bahamas-Kindergroupies aus Jena einen scheinbar angemesseneren Gegner ausgesucht: S. B., Vorstandsmitglied des Studierendenrates der Universität Jena. (mehr…)

Sternstunden antifaschistischer Kritik III – Antifa Task Force Jena

Im Osten Thüringens gibt es ein Tal, in dem sich Mandy und Maik gute Nacht sagen. Hier befindet sich die Stadt Jena. Und wie es sich für ein ostzonales Kaff gehört, gibt es neben Netto-Konsum und Plattenbau eine Antifa – die Antifa Task Force Jena. Aber einfach nur Nazis aufs Maul zu hauen, ist den Boys und Girls zu wenig. So versucht man sich an der Kritik reaktionärer Tendenzen in der örtlichen Linken. Schön und gut. (mehr…)

Sternstunden antifaschistischer Kritik II – Antifa réactionnaire

„Alternative“ und selbsternannte Antifas aus Merseburg mobilisierten gegen einen lokalen Naziaufmarsch – und lieferten eine unglaubliche Mischung aus unverstandener Totalitarismustheorie, plattester Relativierung des Nationalsozialismus und Stadtmarketing

Es gibt Dinge, die sind so irre, dass man sie kaum glauben mag. Dazu zählt auch die jüngste Mobilisierung der lokalen „Antifa“ und „alternativer Jugendlicher“ gegen einen Naziaufmarsch anlässlich des 17. Juni in Merseburg. Unter dem geschmacklosen Titel „Für einen echten Kehraus“ rief die Afa Merseburg zu Protesten gegen die Nazis auf, und fiel in ihrer absurden „Argumentation“ noch weit hinter das inhaltliche Niveau des bürgerlichen Bündnisses zurück: Die Nazis lügen und sind aber eigentlich genauso schlimm wie die DDR-Diktatur, da sie ja auch Arbeiterverräter seien (und deshalb schlecht). Zudem, so konnte man im Vorfeld von den eigentlich seit Jahren einen „Rückzugsraum“ fordernden „alternativen“ Jugendlichen der IAM erfahren, ist Merseburg eine schöne Stadt (inkl. einer Fachhochschule!) in der man gut leben und auch Tretboot fahren kann (!), die Nazis gehören hier nicht her. So weit, so schlimm, doch es scheint geboten, die regressive und hochproblematische inhaltliche Barbarei ausführlicher auseinanderzunehmen und zu kritisieren. Vielleicht kann man ja wenigstens eine „antifaschistische“ Knallcharge zum Denken anregen…. (mehr…)

Sternstunden antifaschistischer Kritik I

Auf der Anti-Nazi-Demo des Bündnisses „Halle gegen Rechts“ am 1. Mai 2011:

Gefunden: natürlich bei der IG-Metall-Jugend Halle/Dessau.

Tatort Bullshit

Verkannte Frauenfussballerinnen und die Geschlechterfrage, einfältige Musels und das Integrationsproblem, fieser Finanzhai und der böse Kapitalismus, authentisches Urgestein und der ehrliche Fussball, Theo Zwanziger und DFB-Promo – der ARD-“Tatort“ am Sonntag stand ganz im Zeichen öffentlich-rechtlich-volkspädagogischen Gutmenschentums und fuhr den Karren voller Stereotypen und Klischees einfach nur in die Scheiße (mehr…)

„Hegemonie, gepanzert mit Zwang“. Einführung in die staatstheoretischen Überlegungen von Gramsci, Althusser und Poulantzas

Vortrag von Moritz Zeiler (Bremen)

Mi, 22.06.11 ** 18.30 ** Melanchthonianum, Uniplatz, Halle (Saale)

Im Kontrast zum Sowjetmarxismus – quasi dem ‚östlichen Marxismus‘ – verstanden Theoretiker des Westlichen Marxismus wie Antonio Gramsci, Louis Althusser und Nicos Poulantzas den Staat nicht nur als Repressionsinstrument zur kapitalistischen Ausbeutung und Unterdrückung der arbeitenden Klasse. Mit Begriffen wie Hegemonie, Konsens und Zivilgesellschaft versuchte Gramsci in den 1920ern zu analysieren, wie sich staatliche Herrschaftslegitimation gestaltete und reproduzierte. Jahrzehnte später griffen Althusser mit seinen Begriffen repressive und ideologische Staatsapparate und Poulantzas mit seiner Interpretation des Staates als „materielle Verdichtung von Kräfteverhältnissen“ diese hegemonietheoretischen Überlegungen wieder auf und entwickelten sie weiter. Die Veranstaltung möchte in die zentralen Thesen und Begriffe von Gramsci, Althusser und Poulantzas einführen. Dabei soll diskutiert werden, was die Potentiale aber auch Defizite einer hegemonietheoretischen Interpretation des Staates sind. Denn Gramscis Überlegungen um Hegemonie und Gegenhegemonie wurden und werden nicht nur in linken Kreisen diskutiert, welche materialistische Staatskritik als einen Beitrag zu einer gesellschaftlichen Emanzipation von Zwangsverhältnissen verstehen. Sondern sie faszinieren ebenso die Neue Rechte, deren Streben nach kultureller Hegemonie und national befreiten Zonen unter anderem auch Resultat einer reaktionären Gramscilektüre ist.

Nächster Vortrag in der Reihe mit Alex Gruber (Wien) am 05.07.2011:
Die Differenz als Souverän. Über die Unmöglichkeit poststrukturalistischer Staatskritik.

Eine Veranstaltung des AK Kritische Intervention im Alternativen Vorlesungsverzeichnis des Stura der Universität Halle.