Sternstunden antifaschistischer Kritik IV – Jena keine Nazi-Stadt

Jena zum Ersten
Der bekannte autoritäre Jugendpfarrer und Antikommunist Lothar König durfte auf der Wohlfühlrockparty des guten, bunten Jena ein paar Worte ans Publikum richten. Anstatt das widerliche oberflächliche Wohlfühlrockkonzert zu kritisieren, oder gesellschaftlichen Rassismus und die alltägliche Ignoranz wahrscheinlich auch der meisten Partygäste zu thematisieren, also die „deutschen Abgründe“, verlor er sich nicht nur in Gestammel, sondern vor allem in Verschwörungstheorien, wobei in seinen Augen böse Politiker gar Auftraggeber der Morde sind, der Verfassungsschutz das einzige Problem darzustellen scheint und die Presse grundsätzlich lügt. Von den Konzertbesuchern, dem großen „Wir“, erheischte er im „Kumpel-Ton“ Zustimmung, und zwischen Dummheit, Verschwörungstheorie und gewollter (aber nicht gekonnter) Ironie verlor sich seine Rede in Sinnfreiheit und Pfiffen. Dass die Leute aus inhaltlichen Gründen pfoffen, ist allerdings nicht zu erwarten, sie wollten nur endlich die kostenlose Show kriegen, die Gutmenschen ihnen als Dank für ihre Teilhabe am Jenaer Normalzustand organisiert hatten.
Das FSK aus Hamburg dokumentiert Königs Rede dankenswerter Weise – als „aufrecht antifaschistisch“…! [hier anhören]

Jena zum Zweiten
In Reaktion auf einen Beitrag in der ZDF-Sendung Aspekte, in dem der Autor Steven Uhly Jena besucht und sein Unbehagen über die dortigen rassistischen Zustände zum Ausdruck bringt, hat der Jenenser „Rapper“ Airconda ein Lied geschrieben:

Da werden zwar in feinstem Dialekt und stilistisch etwas unbeholfen, aber deutlich die „stolzen Jenenser“ zum Lynchmord an Uhly aufgefordert. Ja, Jena ist wirklich keine Nazi-Stadt, sondern einfach ostdeutscher Durchschnitt.

via: Hallo Jena!


7 Antworten auf „Sternstunden antifaschistischer Kritik IV – Jena keine Nazi-Stadt“


  1. 1 MC Gurke 31. Dezember 2011 um 18:30 Uhr

    Immer schön siezen, den flachschwatzenden Uhly, und die „Gemeinschaft“ gegen diese Frechheiten ohne „Anstand“ vertreten…

  2. 2 Airconda 03. Januar 2012 um 22:49 Uhr

    Ey was wilst du Affe? Was heißt hier deutscher Durchschnitt du Homofickfürst? Ich komme mit meinen Atzen vorbei und wir machen dich plaat. Jena ist am start!

  3. 3 MC Gurke 04. Januar 2012 um 23:06 Uhr

    Hoho. Satire: 3+

  4. 4 hahaa 06. Januar 2012 um 18:28 Uhr

    zynismus? schonmal gehört? aber selbst wenn – verstehen tut ihrs nicht.
    lächerlich
    ihr

  5. 5 MC Gurke 06. Januar 2012 um 18:44 Uhr

    Hoho. Lesevermögen: 3-

    „..gewollter (aber nicht gekonnter) Ironie…“

  6. 6 AircondaOffical 24. Januar 2012 um 11:54 Uhr

    Hallo, ich bin der richtig Airconda. Der andere ist ein Fake!
    Das „Lynchen“ ist nicht darauf bezogen jemanden umzubringen ,sondern zu zeigen wie erst mir die Sache ist, das Jena, keine Nazi Stadt ist!

    mfg Airconda

  7. 7 MC Gurke 25. Januar 2012 um 2:51 Uhr

    Interessante Definition.

    „Jeder stolze Jenenser / würde sie jetzt lynchen.“

    Der Duden sagt:
    lyn|chen
    an jemandem Lynchjustiz üben, ihn wegen einer (als Unrecht angesehenen) Tat grausam misshandeln oder töten

    Beispiel
    Der Pöbel hätte den Verdächtigen am liebsten gelyncht.

    Wussten Sie schon?
    Dieses Wort wird oft falsch geschrieben.

    Es ist „ernst“, Jena ist keine Nazistadt. Hm. Ihr seid „eine Gemeinschaft“. Ihr seid „der Osten“. Hm. Da dürfen (siehe Intro des Stückes) die Ausländer oder Leute, die ihr dafür haltet, „keine Angst zeigen“, um in Ruhe leben zu können. Von den ganz normalen Diskriminierungen (die es allerdings sicherlich auch außerhalb Jenas in deutschen Städten gibt) mal abgesehen… Frag doch mal „Türken, Araber, und auch Asiaten“, oder auch Afrikaner, was sie zu Rassismus zu sagen haben.

    P.S.: In einem Song zweimal ein (Jena-)Paradies-Wortspiel bringen, is wack. Genauso wie Rap-Qualität und Inhalt des Liedes.

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.