Pohrt pöbelt

[Nachtrag: Gerade gesehen, dass Verbrochenes einen wirklich wunderbaren Text geschrieben hat, der sich mit schwachsinniger Kritik an Pohrts Kommentar von Seiten sog. „Ideologiekritiker“ auseinandersetzt.]

FYI ein polemischer Kommentar zu Gegenwärtigem von good old Pöbel-Pohrt – ich weiß nicht was mich mehr fasziniert, dass er Sachen sagt, die ganz vernünftig sind und die in der Linken aber keiner hören will, oder dass ich diesen Text gerade vom Tagesspiegel kopiert habe… Die Nazikeule und der Vergleich von antimuslimischem Rassismus und NS-Antisemitismus sind allerdings bei aller Polemik Schwachsinn.

Wer was erreicht hat, wer es zu was gebracht hat, lebt fortan mit der Sorge, es wieder zu verlieren. Europa hat Angst. Seit 100 Jahren ist das so, seit Oswald Spenglers „Untergang des Abendlandes“. Der vergreisende und lendenschwache Kontinent igelt sich ein und geht in Abwehrstellung, mal gegen die USA, mal gegen die fürchterlich fleißigen Chinesen, neuerdings bevorzugt gegen den Islam. Daraus resultiert die Standardfrage im aufgeklärten Politikdiskurs, ob man eine wirkliche Revolution mit Beteiligung des Volkes überhaupt noch gutheißen kann, wenn diese bedeutet, dass anschließend die Scharia wieder eingeführt wird, wie das wahrscheinlich in Ägypten der Fall sein wird.

Mit der Scharia kenne ich mich nicht so gut aus. Ich weiß nur so viel: Wenn ein Idiot heute weder von Religion noch von Politik und auch sonst gar keine Ahnung hat – von der „Scharia“ quasselt er immer. Wenn es um den Islam geht, ist jeder Dorftrottel plötzlich Spezialist für Glaubensfragen, Orientalistik und Islamwissenschaft, ja sogar für Arabisch. In jedem Diskussionsforum im Internet gibt es faschistische Hetzer, die Koransuren angeblich aus dem Original zitieren, um zu beweisen, wie schrecklich und gefährlich der Islam sei.

Diese Akribie erinnert an Eichmanns Judenreferat im Reichssicherheitshauptamt der SS, wo mit der Zeit die umfassendste Sammlung von Judaika zusammengetragen wurde und die Beflissensten unter den Mördern sogar Hebräisch gelernt hatten. Die kannten den Talmud besser als jeder Jude. Und so ist das heute auch. Die Moslemfresser können Koransuren zitieren, die einem Moslem mit Sicherheit unbekannt sind. Breivik hat viele Brüder im Geiste.

Anzunehmen ist, dass im Koran tatsächlich einige unschöne Regeln stehen. Aber das ist bei allen monotheistischen Religionen so. Davor hatte man einen ganzen Haufen Götter, einen für den Krieg, einen für die Liebe etc. Jetzt hatte man nur noch einen. Um trotzdem gemäß den Vorschriften der Glaubenslehre leben zu können, brauchte man ein einziges Religionsbuch, worin alle Wechselfälle des Lebens berücksichtigt sind. Und das bedeutet, dass es wie im Bauernkalender zu jeder Regel eine andere gibt, die das genaue Gegenteil besagt. Religionsbücher sind Ratgeber für alle Lebenslagen.

Je nach Lebenslage sucht man sich im Religionsbuch die passende Stelle aus, eine passt immer. Wenn man seinen Feind töten kann, nimmt man „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Wenn man sich mit dem Feind lieber nicht anlegen will, weil er stärker ist, nimmt man „Halte die andere Wange auch noch hin“. Oder Jesus als Wutbürger passt besser zu den eigenen Interessen, also die Geschichte, wie er die Händler aus dem Tempel vertrieben hat. Der Glaube und die Machthaber profitieren einerseits von dieser Flexibilität, andererseits bedeutet sie, dass Kriege noch heftiger werden als zuvor, weil es nicht mehr nur um materielle Dinge geht, sondern um die richtige Interpretation der Heiligen Schrift.

Ich bin weder bibelfest noch könnte ich die zehn Gebote aufsagen. Mich interessieren diese Religionsbücher nicht. Ich will wissen, wie die Leute ticken, und das weiß ich. Nämlich so: Allah ist groß – aber ein Cadillac ist größer. Dem Iran geht es um Atomwaffen, nicht um fromme Sprüche. Wir kennen den faulen Zauber doch von der Wiedervereinigung. Erst sagten die Ossis, dass es ihnen um die Freiheit ginge, auch so eine Religion. Das hätte ich mir noch gefallen lassen. Aber dann kam heraus, was sie wirklich wollten, nämlich unsere D-Mark. Und beim Geld hört die Freundschaft auf.

Überhaupt zeichnet sich das Entsetzen über die Frömmigkeit der Moslems durch einen Totalausfall jeglicher Selbstwahrnehmung aus. Wenn die Nachrichten melden, in einem islamischen Land habe eine islamische Partei die Wahl gewonnen, dann nicht ohne besorgten Unterton. Ist es hier denn anders? Wir leben in einem Land, wo eine Christlich-Demokratische Partei und eine Christlich-Soziale Union zusammen mit der FDP an der Regierung sind, und wo dauernd mit dem „christlichen Menschenbild“ herumgewedelt wird, welches unsere Verfassung präge.

Und wie war das mit der Homosexualität in Deutschland? Ich zitiere mal Wikipedia: „Der § 175 des deutschen Strafgesetzbuches existierte vom 1. Januar 1872 (Inkrafttreten des Reichsstrafgesetzbuches) bis zum 11. Juni 1994. Er stellte sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts unter Strafe. Bis 1969 bestrafte er auch die ,widernatürliche Unzucht mit Tieren’ (ab 1935 nach § 175b ausgelagert).“

Ich habe die Zeit noch mitgekriegt, wo der Hotelier ein Doppelzimmer nur an nachweislich verheiratete Paare vermieten durfte, weil er sich andernfalls der Kuppelei strafbar machte. Und so lange ist es noch nicht her, dass eine „uneheliche Mutter“ – so hieß die damals – sozial geächtet war. Kinder hatten dem heiligen Bund einer auf Lebenszeit geschlossenen Ehe zu entstammen. Wenn nicht, dann war das nicht nur für die Mama, sondern auch für die Kinder ein Makel.

Die Moslems anzuschwärzen, hilft also den Westlern, die eigene dunkle Vergangenheit zu verdrängen und den eigenen Dreck, der immer noch herumliegt, unter den Teppich zu kehren. Oder es hilft, dem Objekt eigener Begierden nahe zu sein, indem man sich bei anderen Personen darüber entrüstet. Das ist zum Beispiel beim Thema „Zwangsverheiratung minderjähriger Mädchen durch ihre Eltern“ in Internetforen zu beobachten. „Der Wüstling und die blütenreine Unschuld“ – der Stoff, aus dem die Träume alter Männer sind. Von denen gibt es gerade hier eine ganze Menge, aber die fliegen lieber nach Thailand, wo man mit jungem Gemüse Spaß haben kann, ohne gleich Lebenslang zu kriegen.

Komisch, dass keiner Mitleid mit dem zwangsverheirateten Mann hat. Die gleiche Gewalt, die ihm das junge Mädchen zuführte, verhindert nämlich die Trennung von der Frau, die ihn hasst und ihren Hass auskosten wird, wenn die Zeit für das Altersmatriarchat gekommen ist. Klar, es ist bitter für die Frau, einen Mann nehmen zu müssen, den sie nicht will. Das kommt aber auch ohne Zwangsheirat vor. Nämlich dann, wenn der Mann, den sie will, sie nicht will. Liebeskummer war früher ein häufiges Selbstmordmotiv.

Die Pointe bei der Geschichte: In der Türkei ist das Thema noch beliebter und populärer als hier. Es liefert den Stoff für eine sensationell erfolgreiche Telenovela, die im ganzen Land für Gesprächsstoff sorgt. Das Publikum leidet mit dem perfekt besetzten schönen jungen Mädchen und verabscheut den ebenso perfekt besetzten viel älteren und ekelerregenden Mann. Vermutlich würde die Serie auch in Deutschland ein Erfolg, in ganz Nahost wird sie es bestimmt.

Schade, dass es bei uns Herz & Schmerz-Geschichten von vergleichbarer Qualität nicht mehr gibt. Vielleicht sollte man das jus primae noctis wieder einführen, nur damit man noch einmal den moralischen Triumph genießen kann, der sich bei der Abschaffung dieses Unrechts einstellt. Herrliche Zeiten, als Revolutionäre vor so einfach lösbaren Aufgaben gestanden haben. Aber diese Zeiten sind vorbei, nicht nur hier, auch in Ägypten. Bestimmt bricht in den arabischen Ländern nicht das Reich der Freiheit an. Vielmehr sind dort ein paar Nachhutgefechte im Gange, die hier schon abgeschlossen wurden. Und das Ende vom Lied wird der Kapitalismus sein, ob er sich nun christlich, islamisch, konfuzianisch oder sonst wie nennt. Natürlich kann man einerseits sagen, dass durch Revolutionen alles nur noch schlimmer geworden ist. Die Französische Revolution hat der Menschheit den Nationalismus und die allgemeine Wehrpflicht gebracht. Letztere hat es möglich gemacht, dass die Gemetzel in den beiden Weltkriegen alle vorangegangenen in den Schatten stellten. Und ohne Demokratie kein NS-Regime. Andererseits: Niemand weiß, was uns geblüht hätte ohne die Französische Revolution.

Auf jeden Fall kann man von Menschen nicht verlangen, dass sie sich mit der Despotie und den Folterkellern eines Mubarak-Regimes abfinden sollen. Sie haben das volle Recht, es mit Gewalt zu stürzen, ohne zu bedenken, was nachher kommt. Und vielleicht kommt es bei ihnen ja nicht so schlimm, wie es bei uns gekommen ist. (…)

Das Alte bewahren – das ist der gemeinsame Nenner von Muslimen und Westlern. Beide wollen das. Beide wollen etwas, das sie nie hinkriegen werden. Beide wollen etwas bleiben, das sie nicht sind, gläubig die einen, aufgeklärt die anderen. Deshalb gibt es Krach. Also zurück zum Islam. Ist das eine besonders schlimme Religion?

Nein, im Gegenteil. Als Mordmaschine war das Christentum effizienter. Die Indianer in Südamerika und später in Nordamerika plattgemacht, im 30-jährigen Krieg einander verhackstückt, die Scheiterhaufen, die Folterkammern und die beiden Weltkriege mit an die 70 Millionen Toten – waren das etwa keine Christen? Und Auschwitz? Waren das die Moslems? Aber seien wir gerecht. Die Menschen morden unter Berufung auf die Religion, in Nordirland taten Christen verschiedener Konfession es bis in die jüngste Zeit. Aber sie brauchen die Religion nicht unbedingt, um zu morden, es geht ebenso gut auch ohne. Die Nation, der Stamm oder die Hautfarbe genügen auch.

Die Menschen morden nicht, weil sie Christen oder Moslems sind, sondern weil sie Mörder sind. Deshalb muss man ihnen das Morden ja verbieten, deshalb das Gebot „Du sollst nicht töten!“. Gebote wie „Iss Dich satt!“ oder „Schlaf Dich aus!“ brauchen wir dagegen nicht.

Tatsache ist, dass der Islam vergleichsweise wenig auf dem Kerbholz hat. Vermutlich aus Mangel an Gelegenheit, ich glaube nicht, dass es zwischen Christen und Moslems riesige Unterschiede gibt. Obwohl – einen besonderen Hang zum Sadomasochismus kann man dem Christentum nicht absprechen. Eine andere Religion, die einen halbnackten, mit Nägeln ans Kreuz Geschlagenen und mit einer Dornenkrone Bekränzten zu ihrer Ikone macht, muss man auf dieser Welt erst mal finden. Günther Anders erzählt irgendwo, was für ein furchtbares Schreckbild das Kruzifix in seiner Kindheit für ihn gewesen ist. Die Einübung der Lust, sich selbst zu kasteien und andere zu quälen – vielleicht hat diese Tradition die Christen für eine Weile zu den erfolgreichsten Welteroberern gemacht.

Aber ich bin kein Religionsexperte, und der Mensch ist nun mal ein grausames Tier, Foltertechniken gibt es wohl in allen Kulturen. Von Mao Tsetung wird berichtet, er sei von der Grausamkeit der Massen förmlich fasziniert gewesen, und er habe sie kalkuliert angestachelt, um Rivalen und Gegner auszuschalten. Und wie war das noch im alten Rom?

Eine Geschichte noch, die ich loswerden muss. Dem Erdbeben von Lissabon am 1. November 1755 fielen auch deshalb so viele Menschen zum Opfer, weil es zur Zeit des Gottesdienstes stattfand und die Kirchen einstürzten, in denen die Gläubigen sich versammelt hatten. Es traf die Richtigen. Für den Nachmittag war nämlich ein Autodafé angesetzt, eine Ketzerverbrennung, die damals bei den frommen Christen Volksfestcharakter hatte. Das letzte Autodafé hat übrigens 1826 stattgefunden.

So geht das immer. Man will über den Islam sprechen und landet beim Christentum. Neuer Versuch: Fangen wir an mit dem 11. 9. 2001, den Anschlägen auf die Twin Towers und auf das Pentagon. Wer war’s? Natürlich Osama bin Laden und seine Crew. Aber das Drehbuch für den Horrorfilm kam aus Amerika. Mit dieser Szene endet Tom Clancys Bestseller „Ehrenschuld“, und sein Bestseller „Befehl von oben“ beginnt damit. Nur ist der Typ, der seine Maschine aufs Kapitol krachen lässt und damit die gesamte politische Spitze einschließlich des Präsidenten ausradiert, bei Clancy ein rachsüchtiger Japaner. Die Thriller erschienen 1994 und 1996, damals hatte man noch andere Feindbilder.

Was zeigt uns das? Osama bin Laden hat nicht nur amerikanische Serien im TV geguckt – „Fury“ mochte er am liebsten –, er war auch ein Fan von Tom Clancy. Und vermutlich kannte er Katastrophenfilme wie „Erdbeben“ oder „Flammendes Inferno“. Also: Wo uns der Islamismus am finstersten und archaischsten erscheint, ist die Verwestlichung am weitesten fortgeschritten.

Wolfgang Pohrt ist Sozialwissenschaftler und Publizist. Der Text ist ein Vorabdruck aus seinem neuen Buch („Kapitalismus Forever – Über Krise, Krieg, Revolution, Evolution, Christentum und Islam“, Edition Tiamat, Berlin 2012). Es erscheint Mitte Februar.


14 Antworten auf „Pohrt pöbelt“


  1. 1 Ghassan 05. Februar 2012 um 19:59 Uhr

    An welchem Vergleich von antimuslimischem Rassismus und NS-Antisemitismus stößt du dich denn?

    Diese Stelle?
    „Diese Akribie erinnert an Eichmanns Judenreferat im Reichssicherheitshauptamt der SS, wo mit der Zeit die umfassendste Sammlung von Judaika zusammengetragen wurde und die Beflissensten unter den Mördern sogar Hebräisch gelernt hatten. Die kannten den Talmud besser als jeder Jude. Und so ist das heute auch. Die Moslemfresser können Koransuren zitieren, die einem Moslem mit Sicherheit unbekannt sind.“

    Wenn ja, weiß ich nicht, was daran so „schwachsinnig“ sein soll. Ist es allein der Versuch Ähnlichkeiten aufzuzeigen? Gleichgesetzt wird da schließlich gar nichts und so unrecht hat Pohrt in dem Absatz ganz bestimmt nicht.

    Es ist doch so, dass die meisten Muslime (zumindest hier in Deutschland) relativ wenig Wissen darüber haben, was im Koran steht und was nicht. Wohingegen antimuslimische Rassisten und so genannte „Islamkritiker“ mit der Lupe den Koran und die Sunna durchforsten um belastbares Material zu sammeln.

    Im Internet kursieren Sammlungen von schauerlichen Versen aus Koran und Sunna, die die Schlechtigkeit der Muslime beweisen sollen. Genau so wie Sammlungen von schauerlichen Bibel und Talmud Zeilen kursieren, teilweise Kopien aus NS-Werken, die wiederum die Schlechtigkeit der Juden beweisen sollen.

    Das sind nun einmal Ähnlichkeiten die man kaum leugnen kann, auch wenn man ganz klar sagen muss, dass es durchaus qualitative Unterschiede gibt. Dass da auf der einen Seite eben extra eine staatliche Institution für diesen „Job“ eingerichtet wurde und beim antimuslimischen Rassismus das eben „nur“ hobbymäßig von einigen Spinnern betrieben wird.
    Aber in der Grundstruktur sind Ähnlichkeiten durchaus vorhanden und es ist meiner Meinung nach auch wichtig auf diese hinzuweisen.

  2. 2 MC Gurke 06. Februar 2012 um 11:07 Uhr

    Oh ihr edlen Recken im Kampf gegen „Islamophobie“ – es ist also nicht schwachsinnig, wenn „einige hobbymäßige Spinner“ (richtig von Dir beschrieben) gleich mit dem Holocaust des NS-Regimes und seiner Bevölkerung in Bezug gesetzt werden? Fällt Euch da nichts auf?

    Der richtigen Kernaussage des Textes schadet Pohrt so nur.

  3. 3 Ghassan 06. Februar 2012 um 12:10 Uhr

    Deinen ironischen Tonfall kannst du dir klemmen, dazu ist das Thema zu ernst. Warum du aus mir gleich eine Gruppe machst (oder ist das der Pluralis Majestatis?) bleibt zudem schleierhaft.

    Der schwachsinnige Begriff „Islamophobie“ den du hier einbringst um womöglich antimuslimischen Rassismus zu verharmlosen geht mir sonstwo vorbei. Denn auch dir dürfte bewusst sein, dass es bedeutende Unterschiede zwischen dem „Kavaliersdelikt“ Islamophobie und antimuslimischen Rassismus gibt, der von links nach rechts salonfähig gemacht wurde.

    Und Pohrt hat weder geschrieben antimuslimischer Rassismus sei nicht anders als der NS-Antisemitismus, noch dass er ihm gleiche.
    Er schreibt, dass die Methode des „Judenreferats“ nach belastbarem Material in den Schriften des Judentums
    zu suchen an die Anstrengungen der so genannten „Islamkritiker“ erinnert, akribisch Koran und Sunna zu durchforsten, um die Schlechtigkeit der Muslime als Kollektiv zu beweisen.
    So wie zum Beispiel auch antisemitische Karikaturen in arabische Medien an diejenigen im Stürmer erinnern, ohne dass Ägypten durch diese Parallele gleich identisch mit dem NS-Deutschland ist. Aber auch das ist dir eigentlich klar.

    Das von Pohrt vorsichtig verwendete Verb „erinnern“ passt hier schlicht und ergreifend ziemlich gut. Auch wenn der ein oder andere dann womöglich geschockt sein mag, ob der Ernsthaftigkeit eigener Ressentiments.

  4. 4 MC Gurke 07. Februar 2012 um 0:17 Uhr

    Ich kann meinem Kommentar nichts hinzufügen. Und „ihr“, dass sind Leute wie Du und rhizom, der ein paar Stunden vor Dir irgendwelche Pöbeleien als Kommentar abgeben wollte. Es ist wichtig, antimuslimischen Rassismus zu kritisieren. Aber das Aufbauschen und relativierende Beziehen auf NS und Antisemitismus ist absurd und verschleiert höchstens das Problem. Es ist traurig, dass Leute in eine Anti-D/Israelsoli-Paranoia geraten sind, die sie allerlei Schwachsinn ausbuddeln und konstruieren lässt, damit es ihnen in ihre Propaganda passt. That’s it. Da ist Pohrt noch zehntausend mal weiter als ihr.

  5. 5 georgi 11. Februar 2012 um 16:51 Uhr

    Muslimhaß ist also harmloser als Antisemitismus – wegen Auschwitz – meinst Du?

    Diese Logik finde ich schief. Die Unvergleichbarkeit liegt in den zeitlichen Umständen von Muslimhaß und Auschwitz begründet, nicht in der speziellen Sorte des Ressentiments. Die Unvergleichbarkeit begründet sich auf den Unterschied zwischen dem nationalsozialistischen und dem Deutschland nach dem Krieg.

    Wärest Du denn der Meinung, Hitler hätte die Muslime verschont? Er hat ja nicht nur Juden sondern auch Schwule, Roma & Sinti umgebracht. Warum sollte der nicht auch Muslime umbringen, wenn zu seiner Zeit so viele von ihnen in seinem Land gelebt hätte wie heute?

  6. 6 Dichter 11. Februar 2012 um 16:59 Uhr

    „Er schreibt, dass die Methode des „Judenreferats“ nach belastbarem Material in den Schriften des Judentums
    zu suchen an die Anstrengungen der so genannten „Islamkritiker“ erinnert, akribisch Koran und Sunna zu durchforsten, um die Schlechtigkeit der Muslime als Kollektiv zu beweisen“
    Hübsch wirre Assoziationskette: die Methoden der Nazis erinnern also an das Vorgehen einer Bande von virteullen Stammtischrassisten, nicht etwas andersherum (womit es immernoch nicht richtig wäre). Damit dürfte dein Motiv ja relativ klar bestimmbar und du selbst für linksdrehende Nachwuchsakademiker wie die Blogbetreiber kein Diskussionspartner mehr sein.

  7. 7 critiqueaujourdhui 11. Februar 2012 um 18:43 Uhr

    @ georgi: Der deutsche Rassismus in Internetforen und an Stammtischen unterscheidet sich schon recht deutlich von der die Exekutive übernehmenden NS-Vernichtungsideologie?!

    @Poet: Oh holder Dichter, als linksdrehende Nachwuchsakademiker können wir Dir verraten, dass es nicht gerade einer Diskussion gleichkommt, was wir alle in Kommentarspalten verzapfen.

  8. 8 georgi 13. Februar 2012 um 20:38 Uhr

    NS-Vernichtungsideologie übernimmt die Exekutive, wenn das, was an Stammtischen und in Internetforen besprochen wird, konsequent und gnadenlos verwirklicht wird, und dabei durch keinen Liberalismus, linksgrünes Gutmenschentum mehr eingeschränkt wird.

  9. 9 MC Gurke 13. Februar 2012 um 23:08 Uhr

    du redest wirr.

  10. 10 horste 14. Februar 2012 um 0:34 Uhr

    „Die Men­schen mor­den nicht, weil sie Chris­ten oder Mos­lems sind, son­dern weil sie Mör­der sind. “

    und warum sind sie mörder? so geboren, oder was?!

    mit diesem fehler der essentialisierung von handlungen stellst du dich in eine reihe mit der katholischen kirche u.v.a., die gerade gegenstand der kritik sein sollten. aber es stimmt immerhin, sie morden nicht, weil sie christen oder moslems sind.

  11. 11 MC Gurke 14. Februar 2012 um 1:00 Uhr

    nicht ich. pohrt. und das ist weder ein fehler noch essentialismus, das ist pointiert formulierter materialismus. christ oder muslim zu sein, ist noch kein grund, zum mörder zu werden. genausowenig wie bäcker oder fussballfan zu sein. mit dem essentialismus guck lieber nochmal nach, zu behaupten dass christen oder muslime qua „christ sein“ oder „muslim sein“ mörder seien, ist nämlich schon eher essentialistischer unsinn.

  12. 12 Ghassan 14. Februar 2012 um 9:02 Uhr

    Nach welchem Prinzip werden hier eigentlich Beiträge gefiltert?
    Wenn ich mir die Zeit nehme, deinem Blog ein wenig Aufmerksamkeit schenke und eine Antwort auf eine Unterstellung formuliere, dann habe ich selbstverständlich ein Interesse daran, dass diese nicht einfach kommentarlos „geschluckt“ wird.

  13. 13 horste 14. Februar 2012 um 13:33 Uhr

    wenn menschen morden, sind sie deswegen noch keine „mörder“. sondern immer noch menschen, die morden. über die essentialisierung kommt man jedoch ganz schnell dazu, dass die menschen morden, weil sie mörder sind.

  14. 14 MC Gurke 14. Februar 2012 um 13:50 Uhr

    unsinn. du redest wirr.

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