Archiv für Mai 2012

Schwachsinn der Woche

Dass die Deutschen bei der Rettung Gilad Schalits als Vermittler eine wichtige Rolle spielten, ehrt sie zwar durchaus, ist aber keine Garantie dafür, dass sie von nun an wie die Israelis handeln würden.

Thomas Maul1

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Witzige Fußnote aus einem ansonsten vor allem wirren und sinnlosen „Vergleich von Souveränität“ bei Helmut Schmidt und Benyamin Netanyahu, der – wie für Mauls Arbeiten üblich – als intellektuelle und kritische Höchstleistung daherkommt und dabei nicht bemerkt, was für einen hanebüchenen und an den Haaren herbeigezogenen Schwachsinn er eigentlich darstellt. Merke: Es geht immer noch absurder, auch in der Bahamas.

Holocaust-Keule der Woche

Der nächste Bestseller kommt in die deutschen Buchläden, um endlich mal zu schreiben, was (sicherlich aufgrund des Einflusses „gewisser Kreise“) sich bisher keiner zu sagen traute. Die Befürworter von Euro und gemeinsamen Staatsanleihen sind „getrieben von jenem sehr deutschen Reflex, wonach die Buße für Holocaust und Weltkrieg erst endgültig getan ist, wenn wir alle unsere Belange, auch unser Geld, in europäische Hände gelegt haben“. Wie bitte? Was für ein debiler Scheiß. Aber Künast und Gabriel stehen schon bereit – Ring frei für den nächsten inszenierten „Skandal“, dessen Gewinner wie immer der Kontostand Sarrazins und die Dummheit sein werden.

P.S.:

Dabei profitierte die deutsche Wirtschaft bislang sogar von der Krise. Kurzfristig, weil die Zinsen für deutsche Staatsanleihen mittlerweile auf ein historisches Tief gefallen sind und nun sogar unter der Inflationsrate liegen. Langfristig, weil der Euro-Raum für die deutsche Exportwirtschaft die Basis für eine Geschichte rasanten Erfolgs lieferte. Seit Einführung der gemeinsamen Währung summierten sich die Überschüsse in der deutschen Leistungsbilanz nach Angaben der Bundesbank auf 750 Milliarden Euro. Entsprechend hoch fielen die Defizite der Schuldnerländer aus. Mit diesem ungleichen System schienen dennoch alle Beteiligten lange Zeit gut leben zu können. Denn durch den Euro konnten vor allem die südlichen EU-Staaten billige Kredite aufnehmen, während die deutschen Unternehmen von der steigenden Nachfrage profitierten.

Back to the roots?

Zurück aus dem Malle-Urlaub mit einer Überraschung. Wie es aussieht, hat die „AG Antifa“ aus Halle sich nach jahrelanger Clownerie dazu durchgerungen, sich wieder mit Themen zu beschäftigen, von denen einige ihrer Mitglieder halbwegs eine Ahnung haben. Die folgenden Vorträge seien allen ans Herz gelegt:

Mittwoch, 30. Mai, 19 Uhr
Gerhard Stapelfeldt: Kritik der Soziologie.

Mittwoch, 6. Juni, 19 Uhr
Magnus Klaue: Phantasie als Kompetenz. Zur Ideologie der Kreativität in der neueren Pädagogik.

Mittwoch, 20. Juni, 19 Uhr
Alex Gruber: »That politics may be reduced to a science«. Die politikwissenschaftliche Ersetzung von Herrschaft durch Psychologie der Herrschenden.

Montag, 25. Juni, 19 Uhr
Jörg Huber: Der Aberglaube des Positivismus.

[via Jugendantifa]