Beiträge von MC Gurke

Todenhöfer, Scholl-Latour und Co.

Eine wunderbare (hier nur auszugsweise zitierte) Abrechnung mit deutschen Nahost-“Experten“ wie Udo Steinbach, Peter Scholl-Latour oder Jürgen Todenhöder findet sich ausgerechnet in der taz, verfasst vom Schriftsteller Rafik Schami:

Autoren wie Jürgen Todenhöfer oder Peter Scholl-Latour finden den Absatz ihrer bedenklichen Sympathien für Mörder wie Assad nicht etwa auf den Seiten der Bild-Zeitung. Sie sitzen bei ARD, FAZ, FAS und Die Zeit in der ersten Reihe. Und sind sie einmal da, werden sie von hunderten kleineren Medien zitiert. Man kann darüber den Kopf schütteln, aber das ist zu wenig. Ihre Beiträge sind kaum zu ertragen. […]
Aufklärung ist immer gut. Aber wenn der Prominenz-Faktor zur Blendung führt und zur Akzeptanz einer von Fehlern, Rassismus und Falschheit getränkten Berichterstattung, so ist das nicht akzeptabel. Verblendung gepaart mit Eitelkeit ist gefährlich. Verblendung nicht nur gegenüber einer Diktatur, sondern auch gegenüber deren Gegnern.
Ein erwachsener Mensch muss sich doch die simple Frage stellen: Warum werden alle Journalisten aus Syrien verjagt, und warum bekomme ich die Erlaubnis, mit Kamera und Mikrofon von Damaskus loszufahren, werde an den Kontrollpunkten durchgelassen, um in die Hochburg des Aufstands zu gelangen? Und wenn der Prominenz-Journalist sich nicht einmal fragt, warum Daraa, die Wiege der Revolution, auf einmal so ruhig ist, sondern nur begeistert von den günstigen Kirschen schwärmt, dann ist man verblendet.
„Nirgendwo sehen wir uniformierte Polizei, nur zwei Soldaten beim Kaufen von Aprikosen. Ich sehe kleine knackige Kirschen. Kirschen aus Daraa sind eine syrische Köstlichkeit. (mehr…)

Hetz-Wurst

Den Deutschen, die doch so brav Überwachungstechnik von Siemens und andere Schmankerl an das iranische Regime geliefert haben, wird doch tatsächlich der Bratwurstgenuß vergällt! Dabei haben sie nicht nur schön gehandelt, sondern auch noch immer die Klappe gehalten, wenn in den letzten Jahrzehnten tausende Oppositionelle, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten verhaftet, gefoltert oder ermordet wurden. Erst seit kurzem hat man sich dann zu Sanktionen und derlei die Import-Export-Bilanzen entstellendem Schmarrn überreden lassen – die Folgen derartiger Sanktionen findet der deutsche Sepp dann allerdings unerträglich. Selbst die BILD-Zeitung hat allerdings in diesem Fall journalistisch sauberer gearbeitet und klärt über den Hintergrund auf, der ja weniger mit bösen Intentionen des „Irren“ als vielmehr irgendetwas mit Angebot und Nachfrage zu tun hat (z.B. verstärkter Nachfrage aus China):

Der Iran ist einer der wichtigsten Lieferanten – doch wegen Sanktionen und dem dadurch sinkenden Lebensstandard werden dort immer weniger Schafe geschlachtet. Der Preis für 90 Meter Schafsdarm (reicht für 1000 Würste) stieg in 18 Monaten von 6,30 auf 17,20 Euro! Laut Nürnberger Fleischerinnung könnte der Kilopreis für Bratwürste (derzeit 11 Euro) schon im März um bis zu 60 Cent steigen.

Wer nun denkt, mehr gebe die Posse nicht her, hat nicht mit Verschwörungsfreaks und Elsässer-Anhängern gerechnet, die durch diesem Titel ihren antizionistischen und antiimperialistischen Helden Amadinejad verunglimpft sahen:

Diese Art der Aufmachung und der Schlagzeilenformulierung gehört eigentlich schon polizeilich angezeigt wegen Rufmord und Diffamierung. Das ist Hetzpropaganda gegen Ahmadinejad vom feinsten auf Bildzeitungsniveau. Jetzt muß sogar die Nürnberger Bratwurst herhalten um ihn ins schlechte Licht zu rücken. Das hat fast schon „Stürmer“ Qualtiät [sic] aus dem 3. Reich.

Na also – es ist ja auch wirklich eine grenzenlose Frechheit, dass „die Nürnberger Bratwurst herhalten“ muss, um Ahmadinejad so zu verunglimpfen, wie dereinst die Juden verunglimpft wurden. Denen wurde ja schließlich auch vor allem vorgeworfen, für die Teuerung der Wurst verantwortlich zu sein.

Stolze Sachsen beim SEK

Da Sachsen und seine Innenbehörde für ihr exotisches Verständnis der „bürgerlichen Demokratie“ und ihrer „extremen“ Feinde regelmäßig in der Kritik stehen, wird immer wieder PR-Arbeit geleistet. Und so können im Internet auch die Bürger sehen, wie begeistert der sächsische Innenminister davon war, dass Elitepolizisten ihren Kopf freiwillig auf Ziegelsteine kloppen und andere beknackte Sachen machen. Zum Beispiel, mit einer sächsischen Fahne ein Stahlseil runterrutschen. Soll ja schließlich alles lebensnah sein.

Das syrische Regime – Basics

[via Slate]



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Die Linke will den, der zu ihr passt

Der Jugendverband der Partei „Die Linke“, solid, hat als „linken“ Präsidentschaftskandidaten Georg Schramm vorgeschlagen und zur Bekräftigung ihres Vorschlags eine Petition gestartet. Oskar Lafointaine nannte den Vorschlag interessant. Auch aus der Piratenpartei wird Schramm favorisiert. Dieser, so hieß es bei solid, sei „seit Jahren für seine scharfzüngige Kritik am kapitalistischen Wirtschaftssystem bekannt“.
Endlich sind sie ehrlich. Ihr politisches Niveau, ihre Analyse und ihre Kritik sind ja eigentlich schon länger auf Kabarett-Niveau. Mit flapsigen, an der Oberfläche verharrenden und personalisierten Vorwürfen gegen bekannte Politiker, Bonzen oder ab und an „die Medien“ redet man den Stammtischen, auch den vermeintlich gebildeten mit ZEIT-Abo, nach dem Maul. In bestem NS-Jargon spricht man von „Ungeziefer“, „Geschmeiß“ und „Gesindel“. (Ja Leute, auch wenn es gegen „die Reichen“ geht, ist es reaktionär und menschenverachtend.) Man fordert Selbstmordanschläge auf „Orgien der Dekadenz“, auf Treffen von „den Reichen“. Wie bitte? Das macht ihr LINKEn, ihr Piraten gar nicht? Soweit würdet ihr nicht gehen? Ihr seid nur ein wenig mit Galgen-Bildern auf den Occupy-Demos mitgelatscht, quasi nur als Bürger, die mitreden, um unseren konservativen Gesinnungs-Gauck zu zitieren? Bloß gut, dass es Schramm gibt, und ihr diesem „Tabu-Brecher“ die Drecksarbeit überlassen könnt.

Georg Schramm hat das nämlich alles im Namen des Kabarett bereits getan, das BRD-Volk klatschte, Sozialneid und Unzufriedenheit konnten auf gewohnte Bahnen geleitet und mit den gewohnten Ventilen abgeleitet werde, und am Ende fühlen sich alle kritisch, aber den Kapitalismus hatte keiner kritisiert. Dafür haben wir Menschen ihr Menschsein abgesprochen, aufgrund kollekiver Zuschreibungen, haben Terroranschläge und Mord an Menschen gerechtfertigt und als „wohltätig“ bezeichnet, und das alles im Namen des „Zorns“, des Wutbürgers, der in Deutschland traditionell Sozialdarwinist, Rassist und Antisemit ist, und genauso über Türkenwitze oder dumme Hartz 4-Empfänger lachen würde, wobei Hartz 4-Empfänger wahrscheinlich auch über die Aufforderung zum Mord an Reichen wohlig lachen können, ohne den realen Hintergrund ihrer Misere zu verstehen. So wird Kabarett nicht zum Stachel in den Verhältnissen, sondern zu ihrem stabilisierenden Kitt.
Politik im Namen des Zorns, mit Parolen, die aus den Wohnzimmern und Stammkneipen der deutschen Ottonormalbürger entnommen sind, das ist reaktionäre Politik, auf Ressentiment aufbauende Politik, Politik, die in Deutschland schon öfters ins Pogrom geführt hat. Das gilt umsomehr, wenn man einen Antisemiten wie Georg Schramm zum Wortführer erklärt. Schramm, der schonmal fordert, dass der Volks­wil­le den Bän­kern wie­der zu dem „An­se­hen“ ver­hilft, dass sie hatten „als man sie noch Geld­ver­lei­her nann­te, als es noch ein dre­cki­ges Hand­werk war, das ein ehr­ba­rer Christ [!] gar nicht aus­üben woll­te“.

Edit 23.02.2011: Ergänzung via Schlamassel Muc

Rehabilitation alter Kampfbegriffe
Totgeglaubter Nazijargon wie „Zinsknechtschaft“ (Minute 0:40) und „Hochfinanz“ (Minute 15:10) geht Schramm leicht über seine preußischen Generalslippen, findet mittels vermeintlicher Satire somit wieder Eingang in Fernsehzimmer, Massenveranstaltungen und Tischgespräche. Dass Schramm – wenn nicht gar ein Anhänger von Gottfried Feder („Deutscher Kampfbund zur Brechung der Zinsknechtschaft“) – mindestens ein Anhänger der wahnsinnigen gesellschen Freiwirtschaftslehre ist, gab er bereits kund. Kürzlich stiftete der vielgerühmte Klartext-Redner den schweizer Verschwörungsopfern von „We are change“ ein Interview und weissagte angebliche Pläne der „Orthodoxen“ und der „militanten Siedler“ und des israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu überhaupt. Sie kommen gut voran, die „Falken auf beiden Seiten“, deren „erklärtes Ziel“ Armageddon sei, die letzte Schlacht in Jerusalem, so Schramm. In einer vergangenen Sendung tönte er noch ganz anders, da bewegte sich sein ebenfalls halluzinierter Masterplan für den Nahen Osten noch einzig im Kontext des „Endkampfes um das eurasische [Öl]Becken.“ Keine Phantasie scheint zu abwegig, um das Offensichtliche umzulügen. In selbiger Sendung wiederholte Schramm auch die fäkal reproduzierte Falschmeldung der Politsekte „Arbeiterfotographie“, wonach die Vernichtungsdrohungen Ahmadineschads in Richtung Israel nur Übersetzungsfehler seien (Minute 1:00).

Die Angreifer sitzen in Jerusalem und Manhattan
Mitverantwortliche des Weltuntergangs sitzen also in Jerusalem, aber wie man weiß, sind die Feinde der kleinbürgerlichen Freiheit nicht nur dort, sondern seit jeher global – vor allem in den USA, konkret in New York – unterwegs . Und deshalb verortet auch Schrammchen, der ohne diesen Dienst an der Volksseele vermutlich deutlich weniger gefeiert wäre, die „Angreifer“ beim „Treffen in Manhattan“ im „Dauerabnutzungskrieg gegen Euroland“ um „faule Kredite in die Länder“ einzuschleusen. Ein schöner Bundespräsident wäre Schramm also schon, ein passender zumindest, weil er ein Wutbürger ersten Ranges ist, einer, der gerne hasst, wenig weiß und zu allem eine Meinung hat – wie sein Publikum.“

Die BRD bekommt den, der zu ihr passt

SZ: Sie werden also nicht noch mal antreten, um Bundespräsident zu werden?
Gauck: Das ist eher unwahrscheinlich. Ich sehe mich mehr als Bürger, der mitredet.
Joachim Gauck, Oktober 2010.

Nun kandidiert der große Bürgerrechtler Dr. Gauck doch wieder, als „Allparteienkandidat“. Gauck wird damit der nächste Bundespräsident. Er findet Kritik an der Vorratsdatenspeicherung ebenso wie an Hartz 4 lächerlich und naiv, wird selbst von CDU-Sozi Heiner Geißler dafür kritisiert, dass er zwar phrasenhaft immer wieder von „Freiheit“ reden, gleichzeitig aber die sozialen Probleme ignorieren würde. Von „Überfremdung“ will Gauck „ganz bewusst“ reden können. Gauck war Erstunterzeichner der „Prager Erklärung zum Gewissen Europas und zum Kommunismus“, in der Nationalsozialismus und Holocaust mit den „Verbrechen der kommunistischen Diktaturen“ gleichgesetzt werden.
Es ist auch kein Zufall, dass Gauck – nach Protesten von Opferorganisationen – in seinem totalitarismustheoretischen Hass auf die DDR mehrmals an der Ehrung von NS-Verbrechern festhielt, die nach dem Krieg in der SBZ/DDR teils zum Tode verurteilt wurden, bzw. an der Schaffung von Gedenkorten für solche beteiligt war. Ein Beispiel: „Geehrt wurden Walter Biermann und Arno Brake. Beide NSDAP-Mitglieder haben an der Ermordung von 1017 KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern in Gardelegen teilgenommen. Im April 1945, wenige Tage vor der Befreiung durch amerikanische Truppen fand dieses grausame Massaker in der Scheune von Isenschnibbe statt. 1017 Häftlinge auf dem Todesmarsch wurden in eine Scheune getrieben, das darin liegende Stroh angezündet und jeder, der flüchten wollte, wurde erschossen.“ (Quelle 1 Quelle 2)

Vielsagend auch folgende Aussagen Gaucks:

Gauck: Es ist ein Irrtum, zu glauben, Schröders Politik von Fördern und Fordern sei nicht in der Gesamtbevölkerung mehrheitsfähig gewesen. Der Erfolg war nur in der eigenen Partei und im eher linken Milieu begrenzt. Ein ähnliches Phänomen haben wir gesehen, als Helmut Schmidt Kanzler war und die Friedensbewegung den politischen Mainstream bestimmte. Das hat die SPD so stark geprägt, dass Schmidt mit seiner Position – wir müssen gegen das Imperium des Sowjetregimes Stärke zeigen – nicht mehr mehrheitsfähig war. Aber: Schmidt ist gestanden.
SZ: Hatte Schmidt mit seinem Einsatz für die Nachrüstung recht?
Gauck: Ja, er hat recht gehabt, und die Friedensbewegung unrecht.

Gauck: Ich setze große Hoffnungen auf die nachwachsende Generation – dass sie aus diesem phasenweise negativen Nationalismus, also unbedingt kein Deutscher sein zu wollen, etwas Besseres macht. Dass es ein Ja gibt zu dem Raum und dem Ort, an dem man lebt, zu dem man ja sagen kann, weil es dafür gute Gründe gibt. Ich frage mich, wie lange wir Deutschen unsere Kultur des Verdrusses noch pflegen wollen.

Gauck: Neulich erzählte mir mein Fahrer von seinem Cousin, der mit den gesamten Sozialleistungen ungefähr 30 Euro weniger als er hat. Mein Fahrer muss aber fast immer um fünf Uhr aufstehen. Er sei der Dumme in der Familie, aber er sagte mir auch: „Ich kann das nicht, ich kann nicht so dasitzen.“ Da habe ich gesagt, dass er denen erzählen soll, wie gut er sich mit Arbeit fühlt.

Gauck: Ich akzeptiere das linke systemkritische Denken so lange, wie es das Vorhandene ernst nimmt und sich mit allen Kräften einsetzt, die Mängel zu überwinden. Diesem Erlösungsmythos will ich ganz heftig widersprechen. Wissen Sie, dieses System kann man nicht einfach so unter Kapitalismus fassen. Das ist der semantische Trick der Linken gewesen. Ich sage: Das Land mag kapitalistisch sein, aber es ist lernfähig. Wer ausgerechnet aus der Wirtschaft alle Freiheit herausnimmt, der wird scheitern.

Gauck: Schuld ist eine personale Dimension. Sie unschuldigen Generationen anzuhängen, ist ein törichtes pädagogisches und politisches Unterfangen. Viele aus der Achtundsechziger-Bewegung – und ich habe mich dazu phasenweise gerechnet – haben das gemacht. Wir haben gedacht, wir sind politisch nur korrekt, wenn wir auch Schuld empfinden.

Alle Zitate aus: „Die Leute müssen aus der Hängematte aufstehen“, Interview mit Joachim Gauck, Süddeutsche Zeitung, Oktober 2010.

Einheimischen wie Vertriebenen galt der Verlust der Heimat als grobes Unrecht, das die Kommunisten noch zementierten, als sie 1950 die Oder-Neiße-Grenze als neue deutsch-polnische Staatsgrenze anerkannten.
Joachim Gauck, Nachwort, Schwarzbuch des Kommunismus

Es hat wohl noch keine Gesellschaft…gegeben, die den Verrat als Teil der selbstverständlichen Loyalität gegenüber dem Staat akzeptiert hätte. Selbst in der NS-Zeit ist die geheime Zusammenarbeit mit der Gestapo nicht als selbstverständlich betrachtet worden.
Joachim Gauck, der in der DDR selbst von der Staatssicherheit bevorzugt behandelt wurde, in „Winter im Sommer – Frühling im Herbst“

Denn wir würden uns eigentlich nicht helfen, wenn wir Fremdheit und Distanziertheit übersehen würden in der guten Absicht, ein einladendes Land zu sein. Diese gute Absicht ist ja lobenswert, aber wir haben doch ganz andere Traditionen, und die Menschen in Europa, das sehen wir allüberall, nicht nur in Deutschland, sind allergisch, wenn sie das Gefühl haben, dass was auf dem Boden der europäischen Aufklärung und auch auf dem religiösen Boden Europas gewachsen ist, wenn das überfremdet wird, um einen Begriff zu verwenden, der in Deutschland verpönt ist, aber ich verwende ihn hier ganz bewußt, denn ich habe in, sagen wir, älteren Zivilgesellschaften als Deutschland es ist, etwa in den städtischen Mileus von Rotterdam und Amsterdam oder Kopenhagen, wo wirklich die Menschen unverdächtig sind, Rassisten zu sein, dieses tiefe Unbehagen alteingesessener Europäer gegenüber dieser Form von, ja, plötzlicher Koexistenz […].
Joachim Gauck im NZZ-Interview

M.I.A.’s anti-saudische Pop-Ermächtigung

Am 04.02. erklärten zwei Frauenrechtsaktivisten aus Saudi-Arabien, einem der repressivsten Regime des Nahen Ostens, sie hätten Klage gegen das Fahrverbot für Frauen eingereicht. Über den Hintergrund und die Aktivistin Manal al-Sherif hier ein kurzer Beitrag:

Popstar M.I.A. nutzte die massive Superbowl-PR, um am gleichen Tag ihr Video „Bad Girls“ zu veröffentlichen. Das Video, nicht nur musikalisch sondern auch was die Bilder angeht hervorragend, spielt in der für M.I.A. üblichen mehr als direkten Art auf die Situation in Saudi-Arabien an. In dem Video rocken Frauen in Autos durch die Wüste, machen die in Saudi-Arabien seit Jahren (unter Männern) beliebten „Desert Walk“-Stunts (etwa 2:55) und tragen Waffen – während Männer in traditioneller saudischer Kleidung am Rand stehen und zuschauen. Ein Mann auf einem Pferd, Sinnbild der Tradition, wird von den Jeeps mit lässigen Frauen am Steuer vor sich hergetrieben. Jetzt komme keiner mit Popkultur, Kulturindustrie oder ähnlichem. M.I.A. zerrt mit großer künstlerischer Macht ein Problem an die Öffentlichkeit, dass niemanden im Westen ernsthaft interessiert. Get #Women2Drive !

Leicht zu beantworten

kevin barth antisemit

Sicherlich würden viele in Deutschland wählen wollen:

a) Ja
b) Vielleicht
c) Nein, denn dass diese, diese Juden immer überall Krieg führen müssen, muss man als Pazifist einfach kritisieren!
d) Man wird doch wohl noch sagen dürfen!

Aber es ist ganz einfach so, dass Hackfressen wie Kevin Barth, der Kreisvorsitzende1 der Piratenpartei des Kaffs Heidenheim (er wurde von seinen Kumpels nach dieser twitter-Offenbarung gewählt), von Menschen mit ein wenig Verstand nur als antisemitische Widerlinge bezeichnet werden können, denen man bei Gelegenheit die Ohren langziehen müsste.

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Assads Mörderregime „letzte Festung arabischer Würde“

Ein neues Bonmot eines Kaders der sogenannten „Palästinasolidarität“ kam durch den Hackerangriff auf Postfächer des syrischen Regimes zu Tage. Der britische Oberguru von Flotilla und anderen Geschmacklosigkeiten schmierte dem Mörder Assad Honig ums Maul und baute auf seine Unterstützung im Kampf gegen Israel. Was sagen Inge Höger, Norman Paech und Co.? Ach ja, die sehen ja eine internationale Verschwörung gegen Assad am Werk. Wie konnte ich das nur vergessen.

Derweil in Syrien:

Hier Auszüge aus einem Exklusivartikel der Haaretz:
Galloway has for many years carried on close contacts with dictators and extremist elements in the Arab world. In the late 1990s, he was closely linked with Iraqi president Saddam Hussein, the Assad regime in Syria, Hamas in Gaza and the Iranian regime. In July 2011, at a time when Assad was perpetrating massacres of his own people, Galloway was interviewed on Hezbollah’s al-Manar network, where he heaped praises on the Syrian president. „Bashar Assad wants reform and change, to realize the aspirations of his people,“ he said in the interview, which was quoted in the official Syrian news agency Sana. „They are trying to pressure Syria and President Assad because of the good things that he did, such as supporting Palestinian and Lebanese resistance and rejecting to surrender to Israel.“ […]

On August 11, 2010, Galloway wrote to Bashar Assad’s media adviser, Bouthaina Shaaban, who is considered to be one of the closest aides to the Syrian president. In an email message that bore the subject heading „IMPORTANT – private and confidential,“ Galloway asked Shaaban for Syrian help in organizing the aid flotilla to Gaza. „I am writing once again to ask for Syria’s co-operation although I do not doubt it for one moment. Syria is as I have often said is the last castle of Arab dignity,“ Galloway noted. (mehr…)

Pohrt pöbelt

[Nachtrag: Gerade gesehen, dass Verbrochenes einen wirklich wunderbaren Text geschrieben hat, der sich mit schwachsinniger Kritik an Pohrts Kommentar von Seiten sog. „Ideologiekritiker“ auseinandersetzt.]

FYI ein polemischer Kommentar zu Gegenwärtigem von good old Pöbel-Pohrt – ich weiß nicht was mich mehr fasziniert, dass er Sachen sagt, die ganz vernünftig sind und die in der Linken aber keiner hören will, oder dass ich diesen Text gerade vom Tagesspiegel kopiert habe… Die Nazikeule und der Vergleich von antimuslimischem Rassismus und NS-Antisemitismus sind allerdings bei aller Polemik Schwachsinn.

Wer was erreicht hat, wer es zu was gebracht hat, lebt fortan mit der Sorge, es wieder zu verlieren. Europa hat Angst. Seit 100 Jahren ist das so, seit Oswald Spenglers „Untergang des Abendlandes“. Der vergreisende und lendenschwache Kontinent igelt sich ein und geht in Abwehrstellung, mal gegen die USA, mal gegen die fürchterlich fleißigen Chinesen, neuerdings bevorzugt gegen den Islam. Daraus resultiert die Standardfrage im aufgeklärten Politikdiskurs, ob man eine wirkliche Revolution mit Beteiligung des Volkes überhaupt noch gutheißen kann, wenn diese bedeutet, dass anschließend die Scharia wieder eingeführt wird, wie das wahrscheinlich in Ägypten der Fall sein wird.

Mit der Scharia kenne ich mich nicht so gut aus. Ich weiß nur so viel: Wenn ein Idiot heute weder von Religion noch von Politik und auch sonst gar keine Ahnung hat – von der „Scharia“ quasselt er immer. Wenn es um den Islam geht, ist jeder Dorftrottel plötzlich Spezialist für Glaubensfragen, Orientalistik und Islamwissenschaft, ja sogar für Arabisch. In jedem Diskussionsforum im Internet gibt es faschistische Hetzer, die Koransuren angeblich aus dem Original zitieren, um zu beweisen, wie schrecklich und gefährlich der Islam sei.

Diese Akribie erinnert an Eichmanns Judenreferat im Reichssicherheitshauptamt der SS, wo mit der Zeit die umfassendste Sammlung von Judaika zusammengetragen wurde und die Beflissensten unter den Mördern sogar Hebräisch gelernt hatten. Die kannten den Talmud besser als jeder Jude. Und so ist das heute auch. Die Moslemfresser können Koransuren zitieren, die einem Moslem mit Sicherheit unbekannt sind. Breivik hat viele Brüder im Geiste.

Anzunehmen ist, dass im Koran tatsächlich einige unschöne Regeln stehen. Aber das ist bei allen monotheistischen Religionen so. Davor hatte man einen ganzen Haufen Götter, einen für den Krieg, einen für die Liebe etc. Jetzt hatte man nur noch einen. Um trotzdem gemäß den Vorschriften der Glaubenslehre leben zu können, brauchte man ein einziges Religionsbuch, worin alle Wechselfälle des Lebens berücksichtigt sind. Und das bedeutet, dass es wie im Bauernkalender zu jeder Regel eine andere gibt, die das genaue Gegenteil besagt. Religionsbücher sind Ratgeber für alle Lebenslagen.
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