Archiv der Kategorie 'Homophobie'

Gentrifizierung auf Hallisch

In der Stadt Halle gibt es in der südlichen Innenstadt das Glauchaviertel. Dieser galt jahrelang als Problemviertel, so dass sich die Stadtverwaltung entschied, das Viertel aufzuwerten. Daran beteiligt sich seit 2009 maßgeblich auch der studentische Verein Postkult mit Zwischennutzungen leerstehender Häuser und anderen „kreativen“ Projekten.1 Mittlerweile sind offenbar einige Erfolge zu verzeichnen und Postkult resümiert etwas wehmütig:

Ereignissreiche Jahre liegen nun hinter uns. Glaucha hat sein Gesicht stark gewandelt eine Vielzahl der leerstehenden Häuser werden inzwischen saniert oder haben eine Perspektive. Für uns ist dies freilich nicht nur ein Grund zur Freude, denn seit dem sich der soviel beschriebene Trendwende vollzieht, werden die Räume für außergewöhnliche Zwischennutzungen und Projekte enger.

Dass man aber auch nach wie vor „außergewöhnliche Projekte“ durchziehen kann, beweist ApoMC und zeigt gleichzeitig, dass sich nicht wenige Viertelbewohner wenig um „studentisches Engagement“ u. ä. kümmern:2

  1. Ein Selbstdarstellungsvideo von Postklut findet sich hier: http://www.youtube.com/watch?v=LJtpU-RE8a8 [zurück]
  2. Dass ApoMC ein sexistisches, machistisches und homophobes Arschloch ist, ändert nichts daran, dass Kritik zu üben ist an Projekten wie Postkult, die sich paternalistisch und ungefragt um die „Aufwertung“ irgendwelcher „Problemviertel“ kümmern. [zurück]

Bürgerlich? Islamistisch? Revolutionär? Der Maghreb nach dem Umbruch in Tunesien und Ägypten

Rachid Ouissa (Marburg)

Verblüfft und verwirrt waren große Teile der Medien und der Politik, als Tunesien nicht mehr in den Reiseführern, sondern in den Nachrichten Thema wurde, als hunderttausende zumeist jüngere Demonstranten in kurzer Zeit einen autoritären Herrscher stürzten. Noch weniger erwartete irgendjemand die täglichen Massendemonstrationen und das Ende der Mubarak-Diktatur in Ägypten. Mit reichlich Verspätung überbot man sich schließlich mit Analysen und Einschätzungen. Handelte es sich nun um Brotunruhen? Profitierten die Islamisten – eine Revolution wie 1979? Ging hier eine friedliche Demokratiebewegung für eine liberale Demokratie auf die Straße – wie vermeintlich 1989? Oder war es gar eine Revolution 2.0 – nur möglich wegen facebook und twitter?
Der Vortrag von Prof. Rachid Ouissa (CNMS, Universität Marburg) soll die Hintergründe des Umbruches im Nahen Osten beleuchten, mit dem Fokus auf Nordafrika. Die ökonomische Situation im Maghreb gilt es dabei ebenso in den Blick zu nehmen, wie die gesellschaftlichen Strukturen, den Anteil junger Menschen, die Rolle der vielbeschworene Mittelschicht oder die Auflösung tribaler Strukturen. Die Betrachtung und Analyse dieser Hintergründe ist die Voraussetzung, um die Frage nach Tradition und Moderne im Nahen Osten zu stellen.

Do, 28.04.11
18.30
Melanchthonianum, Uniplatz, Halle

Empfehlung: Neues Blog zum Nahen Osten

Hiermit wollen wir auf ein neues Infoblog zum Nahen Osten hinweisen: http://nahostinfos.wordpress.com. Auf dieser Seite werden ausgewählte Nachrichten, Berichte und Analysen zu politischen und sozialen Verhältnissen im Nahen Osten und Ereignissen in der Region verlinkt oder veröffentlicht.

Der Blog ist eine Art virtueller Beitrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Tradition oder Moderne – Die Aktualität der Aufklärung im Nahen Osten“, deren Ankündigungstext „Warum die Frage nach der Aktualitaet der Aufklärung im Nahen Osten?“ nach wie vor lesenswert ist.

Vortrag: Adoleszenz und politische Sozialisation in palästinensischen Flüchtlingscamps

Vor kurzem gingen Jugendliche aus dem Gazastreifen mit einer Erklärung an die Öffentlichkeit, die neben Israel vor allem die Hamas und die islamistische Repression angriff. Viele Aktivisten der internationalen “Palästinasolidarität” waren offensichtlich damit überfordert, dass Objekte ihres antiisraelischen Diskurses sich als Subjekte mit einer eigenen, komplexen Position der ihnen im dichotomischen Weltbild zugewiesenen Rolle “als Palästinenser” verweigerten. Eine “Richtigstellung” der Verfasser der Erklärung, die nach massiver Kritik später folgte, identifiziert nun “wiederum” Israel als Hauptfeind. Während die Autoren von massiven Bedrohungen durch die Hamas vor Ort berichten, posten ihre „Unterstützer“ auf Facebook in erster Linie antiisraelische Kommentare.

Diese Geschichte mag man ebenso wie die massiven Jugendunruhen in nordafrikanischen Ländern im Hinterkopf haben, wenn am 20.01.2011 der Soziologe Christoph H. Schwarz in seinem Vortrag der Frage nachgehen wird, wie in palästinensischen Flüchtlingslagern der Übergang von der Kindheit zum Erwachsenenstatus strukturiert ist: Seine Studie untersucht die Adoleszenz von Jugendlichen, die seit der Ersten Intifada kollektiviert zu den Protagonisten des palästinensischen „Befreiungskampfes“ stilisiert werden und ein zentraler Identifikationspunkt arabisch-nationalistischer und islamistischer Bewegungen sind. Mit welchen Erwartungen und politischen Implikationen findet Adoleszenz in diesem Kontext statt? Inwieweit kann man an einem solchen sozialen Ort überhaupt von einem modernen “adoleszenten Möglichkeitsraum” (Vera King) sprechen, der eine „Ablösung“ von den vorgegebenen Rollenerwartungen des Herkunftsmilieus und die Entwicklung eines eigenen Lebensentwurfes ermöglichen würde?

20. Januar 2011
18.30 Uhr
Melanchthonianum, Uniplatz, Halle

http://aktualitaet.wordpress.com/

Bonjour Tristesse #11 erschienen

Ostzone bizarr: Hallenser Provinz- und Szene-Experten versuchen, zusammen mit der kritischen Analyse arabo-islamischer Gesellschaften Marx und materialistische Religionskritik zu erledigen.

Säkularismus und Islamismus im Irak

mit Dr. Nagih al-Obaidi

Der Irak ist immer weniger in den Medien, die meist nur berichteten, wenn baathistische oder islamistische Terroristen wieder einmal US-Soldaten oder dutzende Iraker ermordet hatten – insgesamt mindestens hunderttausend Zivilisten. Die Sicherheitslage scheint sich nun zu stabilisieren, vor kurzem haben zudem die zweiten mehr oder weniger freien Wahlen stattgefunden, die explizit religiösen Parteien haben zu Gunsten einer eher säkular orientierten Partei zahlreiche Stimmen verloren.
Doch die Regierung, die von der internationalen Koalition unter Führung der USA nach dem Sturz des Baath-Regimes Saddam Husseins „im Kampf für Menschenrechte und Demokratie“ eingesetzt wurde und deren Vertreter noch heute die politische Entwicklung bestimmen, hat die Meinungsfreiheit eingeschränkt, die Verfassungsentwürfe verstümmelt und die Religion zum Verfassungsprinzip erhoben.
Wir stellen die Frage nach den Demokratievorstellungen in der irakischen Bevölkerung, nach Akteuren eines Kampfes um demokratische Rechte und einen säkularen Staat. Eingeladen ist der Journalist und Wirtschaftsexperte Dr. Nagih Al-Obaidi, der versuchen wird, anhand des Beispiels “Säkularismus und Islamismus bei den Parlamentswahlen im Irak” auf diese Fragestellung einzugehen.

Donnerstag, 03.06.2010 – 18.30
Melanchthonianum (HS XVIII), Universitätsplatz, Halle

via: www.aktualitaet.wordpress.com

Hörempfehlung

Vortrag von Geert Hendrich „Der ‚homo islamicus‘ und die Aufklärung“ vom 11.05.2010, gehalten im Rahmen der Reihe „Tradition oder Moderne? Die Aktualitaet der Aufklärung im Nahen Osten“

Vortragsreihe: Tradition oder Moderne? Die Aktualität der Aufklärung im ‚Nahen Osten‘

Wir weisen hiermit freundlich auf eine Vortragsreihe hin, die in diesem Semester an der Uni Halle durchgeführt wird

11.05.2010 – 18.30 – Melanchthonianum, Uniplatz, HS XV – Geert Hendrich – Antimoderne Internationale? Aufklärung und Gegenaufklärung in der arabo-islamischen Welt

19.05.2010 – 18.30 – Mel, HS XVIII – Hoda Salah – Länderbeispiel Ägypten

03.06.2010 – 18.30 – Mel, HS XVIII – Nagih Al-Obaidi – Länderbeispiel Irak

08.06.2010 – 21.00 – Kino Zazie – Iranisches Untergrundkino – Moslem Mansouris “Epitaph” und “Utopia”

09.06.2010 – 18.30 – Mel, HS XVIII – Saba Farzan – Länderbeispiel Iran

23.06.2010 – 18.30 – Mel, HS XVIII – Hannes Bode – Fragen nach Aufklärung. Gibt es eine arabo-islamische „Öffentlichkeit“?

29.06.2010 – 21.00 – Kino Zazie – Nouri Bouzids “Making off – Kamikaze” über den (selbst-)mörderischen Islamismus

07.07.2010 – 18.30 – Mel, HS XVIII – Esfandiar Tabari – Die Dialektik der Aufklärung im Iran: Vernunft gegen Mythos?

13.07.2010 – 21.00 – Kino Zazie – “Barakat”, über die Reise zweier Frauen durch das zerrüttete Algerien

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Transgenialer Polterabend für Daniela und Nico

Wer Aktionen mag und Theorie und Kritik als Zeitverschwendung empfindet, für den gibt es sicherlich trotzdem Sinnvolleres zu tun, als im „Frei“räumemob auf die Jagd nach „Yuppies“ zu gehen und wahllos Autos von Mittelstandsfamilien „zu smashen“ wie zuletzt in Berlin. Wie wäre es mal, sich direkt mit von Repression betroffenen Menschen zu solidarisieren. Sinnvoller ist es allemal. Folgender Aufruf hat mich per Email erreicht:

Aufenthaltserlaubnis für Nico P.!
Transgenialer Polterabend für Daniela und Nico
Donnerstag, 2. April 2009, 15.00 Uhr
Ausländerbehörde Burg bei Magdeburg

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Sehr witzig, Titanic…

Titanic 2/09
Die Titanic hat unter ihrem neuen Chefredakteur Leo Fischer offensichtlich Schwierigkeiten, auf Stammtischwitzchen über effeminierte Homosexuelle und ihre „perversen“ Sexualpraktiken zu verzichten.
Dann doch lieber zum hundertsten Mal Hitler…