Archiv der Kategorie 'Internetfunde und andere Sinnlosigkeiten'

Konfliktpornographie

Ein Fotograf hat radikale Palästinenser zu einer Bilder-Session überredet. Das Ergebnis sind kunstvolle, verstörende Aufnahmen […], in denen die Männer Gegenstände aus ihrem täglichen Kampf präsentieren und Posen nachstellen. Ob mit der Steinschleuder im Anschlag, der Gasmaske zum Schutz gegen den Beschuss mit Tränengas oder gehüllt in die palästinensische Flagge – stets sind die Gesichter der Kämpfer verhüllt. Zusammen mit vielen anderen Palästinensern beteiligen sie sich am bewaffneten Kampf gegen Israel.

Äh…. Wie bitte? Schon die Sprache verspricht Schreckliches. Für seine bekannte Konfliktpornographie hat sich der SPIEGEL nun mal wieder ein paar Palästinenser ausgesucht, aber nicht irgendwelche Gesichter von Menschen, die unter korrupten Politikern, nationalistischen und islamistischen Organisationen oder Siedlern und Besatzung leiden, sondern, na klar, ausgerechnet militante „Kämpfer“, die „zusammen mit vielen anderen (?!) Palästinensern“ in einem „täglichen (!) Kampf“ stehen, bei dem sie Steinschleudern und Autoreifen mit sich herumtragen und sich Tüten über den Kopf ziehen. (mehr…)

Freudsch

Wenn Studierende in Zeiten des „Sachzwangs“ indirekt die Funktion des „Studierendenrates“ (StuRa, Asta), des scheindemokratischen Feigenblattes der universitären Rektorats- und Professoralwirtschaft, richtig beschreiben:

„Liebe Studierende,
am kommenden Mittwoch findet […] die Nachwahl für den Studierendenrat (StuRa) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg statt. […] Ihr habt damit erneut die Möglichkeit, die Politik unserer Hochschule aktiv mitzubestimmen, z. B. auch die Mittelkürzung am Orientalischen Institut“.
(aus der Mail einer Institutsgruppe)

Qualitätsjournalismus

Wenn der Spiegel nicht Hitler oder Hitlers Hund auf dem Titel hat, muss es was Apokalyptisches über „den Judenstaat“ sein. Man nehme ein wenig Grass, Alttestamentarisches, google-Bildersuche und Photoshop. Ob Patrioten-Gaucks ach so „differenzierendes“ Geblubber zu Israels Sicherheit eine Art ideelle Vorabveröffentlichung war?
würg

Schwachsinn der Woche

Dass die Deutschen bei der Rettung Gilad Schalits als Vermittler eine wichtige Rolle spielten, ehrt sie zwar durchaus, ist aber keine Garantie dafür, dass sie von nun an wie die Israelis handeln würden.

Thomas Maul1

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Witzige Fußnote aus einem ansonsten vor allem wirren und sinnlosen „Vergleich von Souveränität“ bei Helmut Schmidt und Benyamin Netanyahu, der – wie für Mauls Arbeiten üblich – als intellektuelle und kritische Höchstleistung daherkommt und dabei nicht bemerkt, was für einen hanebüchenen und an den Haaren herbeigezogenen Schwachsinn er eigentlich darstellt. Merke: Es geht immer noch absurder, auch in der Bahamas.

Holocaust-Keule der Woche

Der nächste Bestseller kommt in die deutschen Buchläden, um endlich mal zu schreiben, was (sicherlich aufgrund des Einflusses „gewisser Kreise“) sich bisher keiner zu sagen traute. Die Befürworter von Euro und gemeinsamen Staatsanleihen sind „getrieben von jenem sehr deutschen Reflex, wonach die Buße für Holocaust und Weltkrieg erst endgültig getan ist, wenn wir alle unsere Belange, auch unser Geld, in europäische Hände gelegt haben“. Wie bitte? Was für ein debiler Scheiß. Aber Künast und Gabriel stehen schon bereit – Ring frei für den nächsten inszenierten „Skandal“, dessen Gewinner wie immer der Kontostand Sarrazins und die Dummheit sein werden.

P.S.:

Dabei profitierte die deutsche Wirtschaft bislang sogar von der Krise. Kurzfristig, weil die Zinsen für deutsche Staatsanleihen mittlerweile auf ein historisches Tief gefallen sind und nun sogar unter der Inflationsrate liegen. Langfristig, weil der Euro-Raum für die deutsche Exportwirtschaft die Basis für eine Geschichte rasanten Erfolgs lieferte. Seit Einführung der gemeinsamen Währung summierten sich die Überschüsse in der deutschen Leistungsbilanz nach Angaben der Bundesbank auf 750 Milliarden Euro. Entsprechend hoch fielen die Defizite der Schuldnerländer aus. Mit diesem ungleichen System schienen dennoch alle Beteiligten lange Zeit gut leben zu können. Denn durch den Euro konnten vor allem die südlichen EU-Staaten billige Kredite aufnehmen, während die deutschen Unternehmen von der steigenden Nachfrage profitierten.

Verhinderte Opfer unter sich

Wie das Portal des hochwertigen Provinzjournalismus („Wurst-Dieb am Riebeckplatz gestellt“) – das „Halleforum“ – berichtet, wurde in Halle von der Stadt mit Gedenktafel und Feierlichkeit an Nazis erinnert, die vor der alliierten Übermacht kapitulierten und um ihre Villen zu retten die Stadt kampflos übergaben. Da sie aber nunmal bis 1945 Verbrecher waren, traute sich die Stadt nichtmal, ihre Namen auf die Tafel zu schreiben, da man ja nicht offen Nazis würdigen will… Das fanden dann die offenen Fans dieser verhinderten Bombenopfer-Kader (etwa Graf Luckners, der in Halle laut erwähntem Halleforum gar als „Nazi und Kinderschänder“ gilt, was die FDP nicht an seiner Ehrung hindert) gar nicht lustig, und so kam es zu solcherlei großartigen Unmutsbekundungen bei der Enthüllung der Gedenktafel:
Graf Luckner

Nomen est omen

„Das Germanistik-Studium ist eine gute Grundlage, um Lösungen für aktuelle sprachliche Herausforderungen zu entwickeln.“

(M. Blaha, Novatec GmbH)

Zitat von: www.uni-muenster.de/Germanistik/Praxis/zitate.html

Merkel und die Rummelnazis

In der aktuellen TITANIC 03/12 finden sich in der Fotostory zwei Fotos, die Merkel in den 1990er Jahren mit zwei Nazi-Skinheads zeigen. Leider ist mir nicht bekannt, in welchem Zusammenhang diese Bilder entstanden sind.
Auf dem Ost-Blog finden sich jedoch einige ähnliche Bilder, die 1993 entstanden und zu denen es dort heißt:

Wenige Monate nachdem der 23-jährige Thorsten Lamprecht 1992 bei einem Überfall von etwa 60 Skinheads auf eine Punk-Fete in dem Magdeburger Lokal „Elbterrassen“ mit einem Baseballschläger ermordet wurde, besuchten Anfang 1993 die Ministerinnen Angela Merkel und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger einen Magdeburger Jugendclub. Dieser Jugendklub wurde damals von den lokalen antifaschistischen Gruppen als Nazi-Treffpunkt eingestuft. Unter den Jugendlichen vermuteten sie auch Beteiligte des Skinhead-Überfalls.

Wir dokumentieren hier diese interessanten und heute durchaus skurril wirkenden Aufnahmen:
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Hetz-Wurst

Den Deutschen, die doch so brav Überwachungstechnik von Siemens und andere Schmankerl an das iranische Regime geliefert haben, wird doch tatsächlich der Bratwurstgenuß vergällt! Dabei haben sie nicht nur schön gehandelt, sondern auch noch immer die Klappe gehalten, wenn in den letzten Jahrzehnten tausende Oppositionelle, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten verhaftet, gefoltert oder ermordet wurden. Erst seit kurzem hat man sich dann zu Sanktionen und derlei die Import-Export-Bilanzen entstellendem Schmarrn überreden lassen – die Folgen derartiger Sanktionen findet der deutsche Sepp dann allerdings unerträglich. Selbst die BILD-Zeitung hat allerdings in diesem Fall journalistisch sauberer gearbeitet und klärt über den Hintergrund auf, der ja weniger mit bösen Intentionen des „Irren“ als vielmehr irgendetwas mit Angebot und Nachfrage zu tun hat (z.B. verstärkter Nachfrage aus China):

Der Iran ist einer der wichtigsten Lieferanten – doch wegen Sanktionen und dem dadurch sinkenden Lebensstandard werden dort immer weniger Schafe geschlachtet. Der Preis für 90 Meter Schafsdarm (reicht für 1000 Würste) stieg in 18 Monaten von 6,30 auf 17,20 Euro! Laut Nürnberger Fleischerinnung könnte der Kilopreis für Bratwürste (derzeit 11 Euro) schon im März um bis zu 60 Cent steigen.

Wer nun denkt, mehr gebe die Posse nicht her, hat nicht mit Verschwörungsfreaks und Elsässer-Anhängern gerechnet, die durch diesem Titel ihren antizionistischen und antiimperialistischen Helden Amadinejad verunglimpft sahen:

Diese Art der Aufmachung und der Schlagzeilenformulierung gehört eigentlich schon polizeilich angezeigt wegen Rufmord und Diffamierung. Das ist Hetzpropaganda gegen Ahmadinejad vom feinsten auf Bildzeitungsniveau. Jetzt muß sogar die Nürnberger Bratwurst herhalten um ihn ins schlechte Licht zu rücken. Das hat fast schon „Stürmer“ Qualtiät [sic] aus dem 3. Reich.

Na also – es ist ja auch wirklich eine grenzenlose Frechheit, dass „die Nürnberger Bratwurst herhalten“ muss, um Ahmadinejad so zu verunglimpfen, wie dereinst die Juden verunglimpft wurden. Denen wurde ja schließlich auch vor allem vorgeworfen, für die Teuerung der Wurst verantwortlich zu sein.

Stolze Sachsen beim SEK

Da Sachsen und seine Innenbehörde für ihr exotisches Verständnis der „bürgerlichen Demokratie“ und ihrer „extremen“ Feinde regelmäßig in der Kritik stehen, wird immer wieder PR-Arbeit geleistet. Und so können im Internet auch die Bürger sehen, wie begeistert der sächsische Innenminister davon war, dass Elitepolizisten ihren Kopf freiwillig auf Ziegelsteine kloppen und andere beknackte Sachen machen. Zum Beispiel, mit einer sächsischen Fahne ein Stahlseil runterrutschen. Soll ja schließlich alles lebensnah sein.