Archiv der Kategorie 'Provinziales'

Sauer auf Papa Ströbele

„Parteilinkes“ Urgestein Ströbele stimmte öfter mal mit „Nein“. Trotzdem gab sich der hochkarätige Grünenabgeordnete seit Jahrzehnten als Feigenblatt für jede grüne Schweinerei her, vom Angriff der deutschen Luftwaffe auf das ehemalige Jugoslawien bis Hartz 4. Zuletzt machte der autoritäre Charakter, dessen „pazifistisches“ Gemüt den Angriff Saddam Husseins mit SCUD-Raketen auf israelische Städte „konsequent“ fand, mit spießbürgerlicher Polizeiliebe auf sich aufmerksam.

Nun haben offenbar selbst seine ehemaligen Jünger die Schnauze voll. Die sind zwar auch nicht gerade Vollsympathen, aber Schadenfreude ist ja nunmal die reinste Freude…
Stroebele

(mehr…)

Bildungsknäste und Speichellecker

Die Welt ist böse, und schuld sind „BWL-Schweine“ und Lakaien, der Erzfeind sitzt im Institut für Politikwissenschaft, und „die Bevölkerung“ befindet sich im „Klassenkampf“. Wir dokumentieren die neueste theoretische und gesellschaftsanalytische Glanzleistung von hallischen Linken, die „Nacht für Nacht“ Sabotageaktionen verüben und Unigebäude abbrennen wollen (ja, kein Witz):

Bild größer hier.

Es ist wohl nicht zu vermeiden, dass einem all diejenigen, denen die Verhältnisse stinken, und denen das Elend anderer Menschen nicht egal ist, erst einmal sympathisch erscheinen. Und doch sollte man immer genau hinsehen… Jeder Juso ist, so scheint es, in der Analyse von Kapitalverhältnis und der Rolle der Universitäten in diesem weiter, als dieser Haufen (von der Repression der Rechtschreibregeln terrorisierter) Opfer dieser „kranken Institution“ Universität. Diese „Anarchisten“ (hätten sie doch nur ein Buch darüber gelesen) sind die andere Seite der Medaille, und genauso unreflektierte Produkte der herrschenden Verhältnisse, wie die von ihnen in ihrer pseudorevolutionären Selbstüberschätzung vermessen angegriffenen „gehirngewaschenen Studierenden“. (mehr…)

Deppenbeutel

Im Jugend- und Wahlkreisbüro Haskala von Katharina König, Sprecherin für Jugendpolitik und Antifa der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, ist man sich offenbar nicht zu dumm, noch den letzten pop-antikapitalistischen Schwachsinn zu adaptieren:
Haskala Beuteldruck, 3. Auflage
Kapitalismus kaputtkaufen? Dann doch lieber Sahra Wagenknecht.

Unterschätzte Dichtertalente I: Christian Kreis

Dialektik

Des morgens lese ich Adorno
Ich bin ein Mensch im Widerspruch
Denn abends schau ich einen Porno
Und wichse in mein Taschentuch

via: Scientia Hallensis

Gentrifizierung auf Hallisch

In der Stadt Halle gibt es in der südlichen Innenstadt das Glauchaviertel. Dieser galt jahrelang als Problemviertel, so dass sich die Stadtverwaltung entschied, das Viertel aufzuwerten. Daran beteiligt sich seit 2009 maßgeblich auch der studentische Verein Postkult mit Zwischennutzungen leerstehender Häuser und anderen „kreativen“ Projekten.1 Mittlerweile sind offenbar einige Erfolge zu verzeichnen und Postkult resümiert etwas wehmütig:

Ereignissreiche Jahre liegen nun hinter uns. Glaucha hat sein Gesicht stark gewandelt eine Vielzahl der leerstehenden Häuser werden inzwischen saniert oder haben eine Perspektive. Für uns ist dies freilich nicht nur ein Grund zur Freude, denn seit dem sich der soviel beschriebene Trendwende vollzieht, werden die Räume für außergewöhnliche Zwischennutzungen und Projekte enger.

Dass man aber auch nach wie vor „außergewöhnliche Projekte“ durchziehen kann, beweist ApoMC und zeigt gleichzeitig, dass sich nicht wenige Viertelbewohner wenig um „studentisches Engagement“ u. ä. kümmern:2

  1. Ein Selbstdarstellungsvideo von Postklut findet sich hier: http://www.youtube.com/watch?v=LJtpU-RE8a8 [zurück]
  2. Dass ApoMC ein sexistisches, machistisches und homophobes Arschloch ist, ändert nichts daran, dass Kritik zu üben ist an Projekten wie Postkult, die sich paternalistisch und ungefragt um die „Aufwertung“ irgendwelcher „Problemviertel“ kümmern. [zurück]

Designte Gedankengänge

Addicted to Love
In der Hallischen Galerie „Die Schöne Stadt“ findet vom 12. bis zum 27. August eine Designausstellung unter dem Titel „Addicted to Love“ statt, für deren Besuch mit einem Flyer geworben wird.
Der dort abgedruckte Ankündigungstext beginnt unmittelbar mit einer (nicht nur sprachlich) sehr gewagten Behauptung: (mehr…)

Menschenverachtung statt Gesellschaftskritik – die Bonjour tristesse #12 ist erschienen

Tja. Die widerlichen Flotillafans, alle möglichen deutschen Linken, Rechten und Mittige sind zwanghaft auf den Israel-Palästina-Konflikt fokussiert. Egal was wo passiert, und wie beschissen es Menschen auf der ganzen Welt geht, müssen sie über die bösen Israelis und die armen Palästinenser in schönstem Schwarzweiß aufklären. Solitum mit einem konstruierten Opferkollektiv ist ihr Hobby.
Doch ein fast identisches Hobby treibt gewisse post-Antideutsche wie den Autoren dieser Zeilen und seine Gesinnungsgenossen um. Zwanghaft sind sie auf den Nahostkonflikt fokussiert, zwanghaft müssen sie sich positionieren, und genau das Gegenteil des Schwachsinns der ersten Spinner erzählen. Das das Gegenteil von Scheiße meist Scheiße ist, wird dem Betrachter auch hier schmerzlich bewusst.
Sich in dieser ach so humorigen Glosse auf erbärmlichstem Kalauer-Niveau über Millionen Menschen lustig zu machen, die seit Jahrzehnten im Krieg leben, die von einem brutalen Islamisten-Regime beherrscht werden, aufgrund eines asymmetrischen Krieges auch zu Opfern von Kampfhandlungen werden, wenn sie an diesen nicht beteiligt sind, die Hilfsleistungen nicht zuerst aus Spaß beziehen, die jederzeit verhaftet, ermordet, von fehlgeleiteten Raketen von Terroristen getroffen, von Militäraktionen gegen diese Terroristen betroffen sein können – sich darüber lustig zu machen und daran aufzugeilen, das ist menschenverachtender Zynismus.
Sich in solcher Form an der schlicht und einfach nicht lebenswerten Situation der meisten Bewohner des Gazastreifens (an dieser ändern auch ein paar gefüllte (Super)märkte für die Oberschicht nichts) zu ergötzen, nur weil diese kollektiv und pauschal von Springer-, taz-, Linke-Antisemiten zu bemitleidenswerten Opfern stilisiert werden, ist widerlich, und ein letzter Beweis des erbärmlichen Charakterverfalls und Aufklärungsverrats all derjenigen „Antideutschen“, die bei sowas herzhaft lachen können. Individuum, Menschenrechte? Scheiß drauf, wenn es um „die Palästinenser“ (aka „Volksgemeinschaft“) geht. Das vom politischen Gegner konstruierte Kollektiv nicht auseinandernehmen und differenziert betrachten, nein, einfach den Spieß einmal komplett umdrehen, ebenfalls alle Einzelnen dem Kollektiv zuordnen, und dann die breite Palette von coolem „IDF in Ramallah….“ und geilem Checkpoint-Watching im notorischen Israelurlaub (von Euch fashion-IDF-Shirt-Trägern muss ja auch keiner in den besetzten Gebieten jahrelang sein Leben riskieren) bis zum Enthumanisieren von Palästinensern. Man, seid Ihr zum Kotzen.

Mit diesem Kommentar des Lesers „opfer von allem“ ist zum Artikel „Gaza hautnah“, der sich in der neuen Ausgabe der Bonjour tristesse findet und in dem Jörg Folta mit Hilfe einer Gleichsetzung von Ossis mit den Bewohnern des Gaza-Streifens so etwas wie eine Satire zu fabrizieren versucht, eigentlich schon alles gesagt. (mehr…)

Die Königinnen der Universität Halle

Nach all der Aufregung um Jena soll es nun wieder etwas heiterer zugehen. Wir greifen die Idee eines besseren Blogs aus der thüringischen Metropole auf und wollen nun die Königinnen der Martin-Luther-Universität vorstellen. (mehr…)

Sternstunden antideutscher Kritik II – Justus gegen Stephanie

Da glaubte man, der Bodensatz in der Auseinandersetzung um Justus Wertmüller in Jena sei erreicht, da wird man dank der Kartoffelbauern eines Besseren belehrt.
Im Grunde geht es darum: Frank, Mandy und Klaus luden den Justus zu einem Vortrag ein. Aber die Stephanie, die Carola und der Marcel wollten nicht mitspielen und verweigerten Frank, Mandy und Klaus die Finanzmittel. Da suchten die sich andere Möglichkeiten und schließlich waren doch eine Menge Leute zum Zuhören von Justus‘ Ergüssen anwesend. Trotzdessen waren Frank, Mandy und Klaus mächtig böse mit den drei Stura-Genossen und wollten den Justus gleich nochmal einladen, damit der erzählt, wie doof Stephanie, Carola und Marcel doch sind. Die aber, wohl doch nicht so doof, dafür umso bezeichnender in ihrem linksdeutschen Gemüt, ließen sich voll die fiesen Tricks einfallen, dass der Justus nicht noch mal wiederkommen konnte. Soweit, so bekannt. (mehr…)

Sternstunden der Hochschulpolitik I – Jena again

Weil es so schön lustig ist in der ostzonalen Provinz, hier ein weiterer Teil der Sternstunden-Serie, ebenfalls aus Jena. Von den ganz doll wichtigen Kartoffeln und ihren Berliner Freunden auf den Bahamas auf die Provinznachwuchssturafunktionärin S. aufmerksam gemacht, blieb der Blick auf den Seiten des Jenenser Sturas hängen. Zwei Bonbons sollen den geneigten (und ob ihrer Anwesenheit auf einem Blog wohl auch gelangweilten) Lesern nicht vorenthalten werden: ein Höhepunkt links-studentischer verkürzter Kapitalismuskritik und ein Einblick in die (verblüffende) hochschuldemokratische Entscheidungsfindung der Studierendenvertreter der lokalen Universität. (mehr…)